Der Euro hat am Freitag die Marke von 1,09 US-Dollar überschritten und notierte zuletzt bei 1,0904 Dollar. Am Morgen präsentierte sich die Gemeinschaftswährung noch etwas schwächer. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0890 Dollar fest, nachdem er am Donnerstag bei 1,0855 Dollar gelegen hatte. Damit kostete ein Dollar 0,9182 Euro, nach 0,9212 Euro am Vortag.
Der Dollar wurde zuletzt von einem unerwartet schwachen Konsumklima der Universität von Michigan belastet. Der Indikator fiel im Juli auf den niedrigsten Stand seit November 2023, während Volkswirte einen leichten Anstieg prognostiziert hatten. Gleichzeitig gingen die Inflationserwartungen der Verbraucher etwas zurück.
"Trotz der Erwartung, dass die Inflation nachlässt, bleibt bei den Verbrauchern eine große Frustration über die anhaltend hohen Preise", sagte Joanne Hsu, Leiterin der Umfrage. "Fast die Hälfte der Verbraucher beklagt spontan, dass die hohen Preise ihren Lebensstandard schmälern."
Die zuvor veröffentlichten Erzeugerpreise stützten den Dollar nur kurzfristig. Diese waren im Juni merklich stärker gestiegen als erwartet und beeinflussen die Verbraucherpreise, welche die US-Notenbank Fed in ihrer Geldpolitik berücksichtigt. Noch am Donnerstag hatten gesunkene US-Inflationsdaten Zinssenkungserwartungen beflügelt.
Bemerkenswerte Kursbewegungen gab es beim japanischen Yen, der am Freitag zulegte. Dies hat Spekulationen über mögliche Marktinterventionen der japanischen Zentralbank genährt. Der Yen leidet unter einer chronischen Schwäche und bewegt sich gegenwärtig zum US-Dollar auf dem tiefsten Stand seit Mitte der 1980er Jahre. Als Hauptgrund dafür gilt die lockere Geldpolitik der japanischen Zentralbank, die sich deutlich von anderen großen Notenbanken unterscheidet.
Zu weiteren wichtigen Währungen notierte die EZB den Referenzkurs für einen Euro auf 0,84029 Britische Pfund, 172,87 Japanische Yen und 0,9747 Schweizer Franken. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 2408 Dollar gehandelt, etwa 6 Dollar weniger als am Vortag.