Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Dienstag im US-Handel leicht unter Druck. Der Auftritt des US-Notenbank-Vorsitzenden Jerome Powell hinterließ weiterhin leichte Bremsspuren. Der Euro notierte zuletzt bei 1,0814 US-Dollar, nachdem er im frühen europäischen Geschäft noch etwas höher stand. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs ebenfalls auf 1,0814 US-Dollar fest, ein Rückgang gegenüber dem Vortag (1,0835 US-Dollar). Somit kostete der Dollar 0,9247 Euro im Vergleich zu 0,9229 Euro am Vortag.
Powell hatte erneut kein klares Signal für eine baldige Leitzinssenkung gegeben. In einer Anhörung vor dem US-Senat sprach er von "bescheidenen weiteren Fortschritten" bei der Preisentwicklung, gestützt durch die jüngsten Inflationsdaten. Er betonte, dass "mehr gute Daten" notwendig seien, um das Vertrauen zu stärken, dass die Inflation nachhaltig das Ziel der US-Notenbank von zwei Prozent erreiche.
Elmar Völker, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg, kommentierte, dass sich der oberste US-Währungshüter weiterhin nicht genau in die Karten schauen lasse, wie lange das aktuelle Leitzinsniveau beibehalten werde. Obgleich sich die Konjunkturaussichten zuletzt eingetrübt hätten, komme der nächste Zinsentscheid der Fed am 31. Juli zu früh für eine Zinswende. Völker schloss mit dem Hinweis, dass die Fed-Sitzung im September ein passender Startpunkt für eine Phase der geldpolitischen Lockerung sein könnte, sofern sich die Indizien für eine merkliche Konjunkturabschwächung verdichten.