Russland hat die jüngste Einigung der Europäischen Union zur Finanzierung der Ukraine als Erfolg für Gesetz und Vernunft gewürdigt. In einer Stellungnahme auf Telegram bezeichnete Kirill Dmitrijew, Russlands führender Verhandlungsführer, die Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten als eine bedeutsame Niederlage für die sogenannten "Kriegstreiber". Zu diesem Kreis zählt Dmitrijew unter anderem die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz.
Dmitrijew lobte die wenigen besonnenen Stimmen innerhalb der EU, die es bisher geschafft haben, die unrechtmäßige Verwendung russischer Vermögenswerte zur Finanzierung der Ukraine zu verhindern. Moskau hatte stets eindringlich davor gewarnt, dass ein Zugriff auf sein Staatsvermögen als "Diebstahl" betrachtet würde und drohte im Gegenzug, westliche Gelder, insbesondere die von Privatinvestoren und Unternehmen, für eigene Zwecke zu verwenden. Dmitrijew äußerte sich ebenfalls auf der Plattform X dahingehend, dass von der Leyen, Merz sowie der britische Premierminister Keir Starmer mit ihren Versuchen gescheitert seien, anderen rechtliche Verfehlungen aufzuzwingen.
Nach intensiven Verhandlungen zwischen den EU-Staaten wurde schließlich ein Kompromiss erzielt, der die Ukraine in den kommenden zwei Jahren finanziell unterstützen soll. Der Plan sieht vor, einen zinslosen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro aus EU-Mitteln bereitzustellen. Sollte Russland keine Entschädigungen für Kriegsschäden leisten, könnten eingefrorene russische Vermögenswerte innerhalb der EU für die Rückzahlung des Kredits genutzt werden.
Der von Merz ursprünglich ins Auge gefasste Vorschlag, eingefrorene Gelder der russischen Zentralbank in Belgien für Kredite von bis zu 210 Milliarden Euro zu verwenden, stieß jedoch auf starken Widerstand. Vor allem Frankreich und Italien lehnten den Plan ab, da sie erhebliche rechtliche und politische Risiken fürchteten. Belgien führte dabei insbesondere rechtliche Herausforderungen an, die mit einer solchen Maßnahme verbunden wären.
Während der Kompromiss als pragmatischer Schritt zur Unterstützung der Ukraine angesehen wird, bleibt die Diskussion um den Zugriff auf eingefrorene russische Vermögenswerte ein sensibles Thema. Die Entscheidung der EU könnte weitreichende Implikationen für internationale Investitionen und den Umgang mit staatlichen Reserven in geopolitischen Konflikten haben.