25. Februar, 2024

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Energiewende-Kontroverse: Thüringen kritisiert bayrische Stromtrassenpläne

Energiewende-Kontroverse: Thüringen kritisiert bayrische Stromtrassenpläne

Ein neues Kapitel im Länderduell um die Stromversorgung ist aufgeschlagen: Thüringen stemmt sich vehement gegen die Pläne Bayerns für den Bau einer weiteren Stromtrasse durch Südthüringen. Die Missstimmung erreicht nun offene Worte, wenn Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die Vorgehensweise als 'Dreistigkeit sondergleichen' bezeichnet. Die Sensibilitäten sind verletzt: Thüringen empfindet den bayrischen Alleingang – die Planung einer weiteren Leitung ohne Dialog mit der Landesregierung in Erfurt – als Affront.

Die Pläne, die eine neue oberirdische Leitung vorsehen, stehen nach Ansicht der thüringischen Regierung auch in keiner Relation zu alternativen, genehmigten Varianten, die landschaftlicher und kostenökonomischer erscheinen. Gerade nach länger anhaltenden Widerständen gegen bisherige Projekte seitens Bayern, erscheint der aktuelle Vorstoß umso unverständlicher.

Pragmatismus mischt sich in Ramelows kritische Worte mit dem Hinweis, dass bereits drei neue Leitungen Thüringen kreuzen und eine vierte schlichtweg überflüssig sei. Somit zeichnet sich ab, dass Thüringens Chefplaner eine zusätzliche Belastung der Landesressourcen nicht hinnehmen möchte.

Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger hatte kürzlich die Diskussion befeuert, indem er Einblicke in die Pläne der Bundesnetzagentur gab, welche die Leitung P540 vorsah. Allerdings ist der genaue Verlauf nach Dokumenten des bayrischen Ministeriums noch nicht in Stein gemeißelt. Zuvor diskutierte Trassen, wie die Verbindung P44 nach Grafenrheinfeld, landeten jedoch auf dem Abstellgleis.

Im Kern dieser Kontroverse steht die Frage nach einer gerechten Lastenverteilung im Kontext der Energiewende und des Netzausbaus zwischen den Bundesländern. Die weitere Entwicklung bleibt vor dem Hintergrund der bundesweiten Bedarfsplanung und regionalen Ansprüchen spannend zu beobachten.