28. Februar, 2024

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Energiebranche begrüßt neue Kraftwerksstrategie des Bundes

Energiebranche begrüßt neue Kraftwerksstrategie des Bundes

Die deutsche Energiewirtschaft hat positiv auf das Vorgehen des Bundes hinsichtlich der kürzlich präsentierten Eckpunkte für eine neue Kraftwerksstrategie reagiert. Der Energieriese RWE zeigte sich erfreut über die Pläne und bekräftigte sein Engagement, in wasserstofffähige Gaskraftwerke zu investieren. Ein Verantwortlicher aus dem Konzern lobte die geplanten Ausschreibungen für zusätzliche Kraftwerkskapazitäten von insgesamt zehn Gigawatt als sinnvolle Übergangslösung, wobei er betonte, dass die genauen Bedingungen und ein rascher Ausschreibungsbeginn ausschlaggebend für den Erfolg sein werden. RWE hat bereits zu verstehen gegeben, dass man bis 2030 auf eigenen, ehemaligen Kohlekraftwerksarealen in Deutschland mindestens drei Gigawatt Kapazität hochfahren möchte.

Leag aus Cottbus äußerte sich ebenfalls zu den neuen Richtlinien. Das Unternehmen unterstrich die Wichtigkeit einer Strategie, die klimapolitische Ziele sowie wirtschaftliche und soziale Belange der traditionellen mitteldeutschen Braunkohlegebiete gleichermaßen berücksichtigt. Der Konzern sprach die Notwendigkeit an, wasserstofftaugliche Gaskraftwerke vorzugsweise an Orten mit bereits existierender Infrastruktur zu errichten und dabei eine ausgewogene Standortverteilung zu gewährleisten, um die vorhandene Infrastruktur effizient weiter zu nutzen.

Uniper, dessen Hauptsitz sich in Düsseldorf befindet, plant ebenfalls, in die Zukunftstechnologie zu investieren und Gaskraftwerke zu bauen, die später auf Wasserstoffbetrieb umgestellt werden können. Firmenchef Michael Lewis gab an, Uniper werde wahrscheinlich einen Anteil der neuen Kraftwerkskapazitäten in Deutschland beisteuern. Schon zu Beginn des Jahres hatte er geäußert, dass der Konzern die Errichtung von drei bis vier Gigawatt anvisiere.

Ein Sprecher von Steag erklärte, dass die vorgelegten Eckpunkte einen wichtigen Schritt darstellen, machte aber auch deutlich, dass noch beihilferechtliche Klärungen mit der EU sowie eine breitere Konsultation der Öffentlichkeit benötigt werden. Die Tochtergesellschaft Iqony der Steag ist ebenfalls darauf vorbereitet, ihre Standorte für den Neubau von Gaskraftwerken, die für Wasserstoff ausgelegt sind, zu nutzen. Frühere Aussagen zufolge könnte Steag in der Lage sein, an drei verschiedenen Standorten relativ schnell neue Kapazitäten von insgesamt etwa zwei Gigawatt zu schaffen.