19. Mai, 2024

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EnBW treibt die Energiewende voran: Startschuss für gigantischen Offshore-Windpark

EnBW treibt die Energiewende voran: Startschuss für gigantischen Offshore-Windpark

Ein neues Kapitel in der Geschichte der Offshore-Windenergie wird aufgeschlagen: Der Energiekonzern EnBW beginnt mit der Errichtung des bisher größten Windparks auf hoher See in der Nordsee. Die Ambition des Unternehmens schwingt in der Dimension des Vorhabens mit, das ab Ende 2025 Strom für etwa 1,1 Millionen Haushalte bereitstellen soll. Zur Realisierung des Mammutprojekts hat der Konzern jetzt die Installation der ersten Fundamente bekanntgegeben, wie Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur, informiert.

Mit Standorten rund 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und etwa 110 Kilometer westlich von Helgoland wird das Windparkprojekt „He Dreiht“ mit 64 Windturbinen und einer installierten Gesamtleistung von 960 Megawatt die Kapazitäten von EnBW im Bereich Offshore-Wind beinahe verdoppeln. Vorstandschef Georg Stamatelopoulos betont in diesem Zusammenhang die nationale Bedeutung des Ausbaus von Windanlagen auf See: Will Deutschland das gesetzte Ausbauziel von mindestens 30 Gigawatt bis 2030 erreichen, bedarf es laut ihm eines immensen Tempoanstiegs sowie verstärkter Unterstützung.

Die Investitionskosten für „He Dreiht“ belaufen sich auf etwa 2,4 Milliarden Euro. Das Projekt zählt nicht nur zu den bedeutendsten in Europa, es ist auch einer der ersten Offshore-Windparks, der ohne staatliche Fördermittel auskommt. EnBW hat bereits im Vorfeld mit namhaften Unternehmen wie Bosch, Deutsche Bahn, Fraport und Evonik langfristige Abnahmevereinbarungen getroffen, wodurch ein Großteil des erzeugten Stroms gesichert ist. Zudem halten Allianz Capital Partners, AIP und Norges Bank Investment Management 49,9 Prozent der Projektanteile.

Trotz der Herausforderungen, die gigantische Energieprojekte mit sich bringen, wie Kapitalbedarf und Fachkräftemangel, erwartet EnBW keine Lieferengpässe beim Bau von „He Dreiht“. Der Windpark selbst wird mit den neusten Turbinen des Herstellers Vestas ausgerüstet. Die maßgeblichen Größen des Windparks veranschaulicht EnBW mit beeindruckenden Kennzahlen: Jeder der mächtigen Rotoren überstreicht pro Umdrehung eine Fläche, die sechs Fußballfeldern gleichkommt. Selbst das Verlegen der notwendigen Kabel – 120 Kilometer unter dem Meer und 110 Kilometer an Land – illustriert die imposante Skala des Windparks.

In der Spitze werden über 500 Mitarbeiter auf dem Bau agieren, unterstützt von mehr als 60 Schiffen. Jede Umdrehung einer 15 Megawatt-Turbine kann vier Haushalte einen Tag lang mit Energie versorgen, ein weiterer Beweis für die Effizienz dieser modernen Anlagen. Mit diesem Schritt demonstriert EnBW seinen aktiven Beitrag zur Energiewende und setzt ein deutliches Zeichen für nachhaltige Energiegewinnung in Deutschland.