21. Juni, 2024

Politik

Drastische Szenen und scharfe Kritik: Die Lage im Gazastreifen eskaliert

Drastische Szenen und scharfe Kritik: Die Lage im Gazastreifen eskaliert

Die aktuelle Situation im Gazastreifen wird von Hilfsorganisationen als dramatisch und prekär beschrieben. Christopher Lockyear, Generalsekretär von Ärzte ohne Grenzen, schilderte am Samstag gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN erschütternde Eindrücke der letzten Tage und kritisierte die israelische Seite scharf. „Die Szenen, über die unsere Teams in den letzten Tagen aus Gaza berichtet haben, sind absolut entsetzlich. Das einzige Wort, das mir einfällt, um es zu beschreiben, ist 'apokalyptisch'“, erklärte Lockyear. Besonders dramatisch sei die medizinische Versorgung: „Wir befinden uns in einer Situation, in der Menschen im Blut anderer Menschen behandelt werden."

Über die Plattform X verbreitete die Organisation eindringliche Schilderungen der Belastungen, denen das medizinische Personal in den Krankenhäusern Al-Aksa und Nasser nach den jüngsten „intensiven Bombardements“ ausgesetzt ist. Die Helfer sehen sich einer „überwältigenden Zahl schwerverletzter Patienten, darunter viele Frauen und Kinder“ gegenübergestellt. Palästinensische Quellen berichten, dass im Zuge eines Einsatzes zur Befreiung von Geiseln am Samstag im Zentrum des Gazastreifens zahlreiche Menschen getötet und viele weitere verletzt wurden.

Lockyear warf der israelischen Seite im Interview mit CNN vor, die humanitäre Lage im Gazastreifen falsch darzustellen. Insbesondere kritisierte er die Veröffentlichung einer Karte durch das israelische Militär und die Cogat-Behörde auf der Plattform X. Diese suggeriere, dass Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen ein Feldlazarett betreibe. „Das stimmt so nicht“, stellte Lockyear klar. Die Organisation unterstütze zwar vor Ort Krankenhäuser und medizinische Zentren, betreibe aber kein eigenes Feldlazarett. Trotz der Erlaubnis für ein solches Lazarett fehle jedoch die Genehmigung für die Einfuhr benötigter Ausrüstung. „Es ist also nicht korrekt, das zu berichten“, betonte Lockyear.