20. Juni, 2024

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Deutschlands Plastikmüllexporte halbieren sich – Ein Blick auf Ursachen und Ziele

Deutschlands Plastikmüllexporte halbieren sich – Ein Blick auf Ursachen und Ziele

Deutschland hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Kunststoffabfälle ins Ausland exportiert. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden etwa 694.000 Tonnen Plastikmüll ins Ausland verschifft, eine zahllose Reduzierung im Vergleich zum Jahr 2013, als noch rund 1,3 Millionen Tonnen exportiert wurden. Diese nahezu halbierte Menge (minus 48 Prozent) spiegelt einen signifikanten Trend wider, den Statistiker unter anderem auf Einfuhrbeschränkungen einiger asiatischer Länder für Plastikmüll zurückführen. Verglichen mit dem Vorjahr sank der Export um weitere acht Prozent.

Ein wesentlicher Teil des exportierten Kunststoffmülls landete in den Niederlanden. Mit rund 131.600 Tonnen, etwa einem Fünftel des gesamten Exports, war unser Nachbarland wichtiger Abnehmer, nicht zuletzt dank des bedeutenden Frachthafens in Rotterdam. Auch Malaysia und die Türkei nahmen mit 90.500 beziehungsweise 87.100 Tonnen eine erhebliche Menge ab.

Innerhalb der Europäischen Union bleibt Deutschland führender Exporteur von Kunststoffabfällen, gefolgt von den Niederlanden mit 550.500 Tonnen und Belgien mit fast 436.400 Tonnen, wie von der EU-Statistikbehörde Eurostat bestätigt.

Die Bekanntgabe der Daten erfolgte anlässlich des Welttags der Ozeane am 8. Juni, der auf die ökologische Bedeutung der Meere und ihre Bedrohung durch Umweltverschmutzung, unter anderem durch Plastikmüll, aufmerksam machen soll. Jährlich gelangen laut Schätzungen weltweit zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Ohne Gegenmaßnahmen könnte sich die Menge der weltweit erzeugten Kunststoffabfälle bis 2060 verdreifachen, so eine Studie der OECD. Bemerkenswert ist, dass die Kunststoffproduktion weitgehend auf Erdöl basiert.