19. Mai, 2024

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Deutschland steigert Wasserstoffbedarf bis 2030 erheblich

Deutschland steigert Wasserstoffbedarf bis 2030 erheblich

Deutschlands Blick in die Zukunft der Energieversorgung offenbart, dass Wasserstoff eine gewichtigere Rolle spielen wird als bisher angenommen. Der Nationale Wasserstoffrat, als beratendes Organ der Bundesregierung, hat im Lichte neuer Analysen seine Prognosen zum Wasserstoffbedarf bis zum Jahr 2030 deutlich nach oben korrigiert. Expertinnen und Experten des Gremiums erwarten nun, dass sich dieser Bedarf auf ein Spektrum von 94 bis 124 Terawattstunden belaufen wird. Diese Einschätzung übersteigt die erst kürzlich aufgestellten Prognosen merklich und spiegelt den zunehmenden Fokus auf Wasserstoff als Energieträger wider.

Zur Einordnung: Die aktuelle Wasserstoffnutzung in Deutschland beläuft sich auf etwa 55 Terawattstunden pro Jahr. Damit wäre in den kommenden acht Jahren eine Verdopplung bis hin zu einer mehr als zweifachen Steigerung des Verbrauchs zu erwarten. Die Bundesregierung hatte in ihrer Neuauflage der Nationalen Wasserstoffstrategie bereits einen Bedarf von 95 bis 130 Terawattstunden für 2030 projiziert, was die neue Einschätzung des Nationalen Wasserstoffrats zusätzlich unterstreicht.

Ein Blick in die branchenspezifischen Bedarfe offenbart, dass insbesondere die Stahlindustrie mit einem prognostizierten Mindestbedarf von 28 Terawattstunden bis 2030 auf eine umweltfreundlichere Produktion durch Wasserstoffumstellung zielt. Auch im Schwerlastverkehr und in der chemischen Industrie sind die Ambitionen groß: Hier prognostiziert der Wasserstoffrat einen Bedarf von 22 Terawattstunden beziehungsweise mindestens 21 Terawattstunden.

Das industrielle Wachstum und die Erreichung der Klimaschutzziele sind nach Überzeugung von Uwe Lauber, Mitglied des Wasserstoffrats und Vorstandsvorsitzender von MAN Energy Solutions, untrennbar mit dem Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft verknüpft. Laubers Mahnung rückt den strategischen Ausbau der nationalen und internationalen Wasserstoffversorgungskapazitäten in den Vordergrund.

Katherina Reiche, die dem 26-köpfigen Expertengremium vorsteht und bei Eon den Energiedienstleister Westenergie leitet, unterstreicht damit erneut die Rolle von Wasserstoff als Schlüssel für eine klimafreundliche Energie- und Industriepolitik.