13. April, 2024

Grün

Deutschland nimmt Abschied von der Braunkohle: Stilllegung von sieben Kraftwerksblöcken

Deutschland nimmt Abschied von der Braunkohle: Stilllegung von sieben Kraftwerksblöcken

In einem zukunftsorientierten Schritt verabschiedet sich Deutschland von weiteren sieben Braunkohlekraftwerksblöcken, die noch bis vor Kurzem als Teil der Notreserve für die Energieversorgung dienten. Diese Blöcke, einst als temporäre Lösung während der Energiekrise reaktiviert, um Erdgas einzusparen, sollen nun ihre Tore endgültig schließen.

Während die Stilllegung bestimmter Blöcke längst auf der Agenda stand, hat die Bundesregierung fünf aus der Versorgungsreserve reaktivierte Blöcke im Rheinischen und Lausitzer Revier – allesamt im Besitz von RWE und Leag – für den Großhandelsmarkt für Strom geöffnet. Die zu RWE gehörigen Anlagen im Kraftwerk Niederaußem und Neurath sowie die der Leag im Kraftwerk Jänschwalde belebten nochmals den Strommarkt. Mit dem Ende des Winters 2023/24 endet dieses Kapitel endgültig.

Die zurückgeholten Blockanlagen können auf eine Gesamtkapazität von rund 3,1 Gigawatt verweisen – ein robustes Aufgebot im Vergleich zur Einheit des Steinkohlekraftwerks Datteln 4. Doch dies stellt lediglich einen kleinen Teil der gesamten installierten Leistungskapazität von 245 Gigawatt in Deutschland dar, wovon der größere Anteil auf erneuerbare Energiequellen entfällt. Die Bundesnetzagentur versichert trotz der Stilllegungen eine bleibende Versorgungssicherheit, indem sie auf die europäische Verbundlösung und den Einsatz kosteneffektiver Produktionstechnologien setzt.

Ehemalige Mitarbeiter, die teilweise aus ihrem Ruhestand zurückkehrten, trugen zur temporären Belebung der Anlagen bei. Nun steht die Bundesregierung vor der Aufgabe, die entstandenen zusätzlichen Treibhausgasemissionen zu evaluieren und bis Ende Juni Lösungen für ihren Ausgleich vorzuschlagen.

Die Grünen-Abgeordnete Kathrin Henneberger betont die Notwendigkeit, diesen Weg konsequent zu verfolgen und zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, um der Klimakrise entschieden zu begegnen und das Ziel, bis 2030 komplett aus der Kohlekraft auszusteigen, zu realisieren.