29. Februar, 2024

Wirtschaft

Deutscher Obst- und Gemüsekonsum im Schatten der Lebenshaltungskosten

Deutscher Obst- und Gemüsekonsum im Schatten der Lebenshaltungskosten

Die finanzielle Belastung deutscher Haushalte durch steigende Lebenshaltungskosten führt zu einem spürbaren Rückgang beim Kauf von frischem Obst und Gemüse. Andreas Brügger, Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbands, merkte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur an, dass Verbraucher vermehrt beim Essen sparen und ihr Budget anderen Ausgaben widmen. Zum Leidwesen gesundheitlicher Empfehlungen – die Weltgesundheitsorganisation rät zu einem täglichen Konsum von 400 Gramm – erreicht Deutschland mit durchschnittlich 287 Gramm Obst und Gemüse pro Kopf nicht den EU-Durchschnitt.

Während der Berliner Fachmesse Fruit Logistica diskutiert die Branche aktuelle Herausforderungen, zu denen neben der Inflation auch steigende bürokratische Hürden zählen. Brügger beklagt die zunehmende Bürokratie und Dokumentationspflichten, die neben dem Kostendruck nicht zu einer Qualitätsverbesserung der Waren beitrügen. Trotz einer Ernte von 5,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse in Deutschland im vorherigen Jahr ist ein erheblicher Anteil, etwa zwei Drittel der Waren, Import. Zum Vergleich: Italien und Spanien verzeichneten deutlich höhere Ernten.

Proteste von Landwirten gegen die Agrarpolitik spiegeln die Frustration der Branche wider. Neben der Streichung von Agrardieselsubventionen sind es "Auflagen ohne Ende", die den Druck erhöhen, so Brügger. Zur Frage umweltfreundlicher Praktiken lehnt der Fruchthandelsverbands-Geschäftsführer ein Verpackungsverbot für Obst und Gemüse ab. Er betont die Notwendigkeit von Verpackungen für eine ansprechende Präsentation, längere Haltbarkeit und zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung.

Die Fruit Logistica bietet als Branchentreff mehr als 2770 Ausstellern aus 94 Nationen eine Plattform und findet von Mittwoch bis Freitag statt, wo Innovationen und Lösungen für diese vielschichtigen Herausforderungen im Fokus stehen.