13. April, 2024

Märkte

Deutsche Leitindizes im Höhenflug: DAX erklimmt neue Gipfel

Deutsche Leitindizes im Höhenflug: DAX erklimmt neue Gipfel

Investoren zeigen sich weiterhin kauffreudig an der deutschen Börse, was den DAX auf ein neues Rekordhoch von 18.358 Punkten hat steigen lassen. Zum Mittag verzeichnet der Index einen Anstieg von 0,47 Prozent und steht bei 18.347,14 Zählern. Marktexperte Christian Henke von IG verweist auf die starke Zurückhaltung der Anleger beim Aktienverkauf, getrieben von der Furcht, eine womöglich anhaltende Rally zu verpassen.

Einen ähnlichen Zuwachs erlebt der MDAX der mittelständischen Unternehmen, der um 0,21 Prozent auf 26.723,95 Punkte anwuchs. Der EuroStoxx 50, Barometer für die Eurozone, verbuchte ebenfalls ein solides Plus von 0,3 Prozent. Der SDAX für kleinere Börsenwerte sprang gar um 0,57 Prozent auf 14.173,49 Punkte nach oben und baut damit seinen bereits am Montag erreichten Zwei-Jahres-Höchststand aus.

Marktbeobachter von Index Radar haben die Potenzialträchtigkeit von Nebenwerten hervorgehoben: Angesichts einer verbesserten Stimmung in der deutschen Wirtschaft scheinen Belastungen durch Energiekosten und Refinanzierungsherausforderungen zu verblassen. Besonders SDAX-notierte Unternehmen könnten hiervon profitieren, so die Experten, da sie eng mit dem heimischen Markt verzahnt sind und bislang weniger von der prosperierenden Börsenatmosphäre profitiert haben.

Im Tageshandel standen einzelne SDAX-Aktien besonders im Rampenlicht. KWS Saat beispielsweise gab den Verkauf seines Mais-Geschäfts in Südamerika bekannt und beabsichtigt, die Einnahmen für den Schuldenabbau zu nutzen – die Aktien stiegen um 7,7 Prozent. Hornbach Holding überzeugte mit seinen vorläufigen Jahreszahlen und konnte ein Kursplus von 6,1 Prozent verzeichnen.

Bei den Investoren kam auch der Ausblick des Verbindungstechnikherstellers Norma Group gut an, dessen Aktien sich um 4,9 Prozent verteuerten. Compugroup, ein Spezialist in Softwarelösungen für Apotheken und Arztpraxen, kündigte ein Aktienrückkaufprogramm an und erfreute sich über ein kursliches Plus von 3,7 Prozent.

Anders erging es Wacker Neuson, dessen Aktien um zwei Prozent sanken, nachdem das Unternehmen für das Jahr 2024 von einem abgeschwächten Geschäft ausgeht.

Verteidigungsaktien bleiben im Trend. So konnten im DAX die von erhöhten Militärausgaben profitierenden Aktien von Rheinmetall um 1,7 Prozent zulegen. Im MDAX setzten Hensoldt mit plus vier Prozent und die Neuemission Renk, ebenfalls mit einem Plus von vier Prozent, ihren Aufwärtstrend fort. Verteidigungsaktien scheinen, laut Analyst David Perry von JPMorgan, wohl noch ein gutes Jahrzehnt im Aufwind zu sein, angesichts einer lang anhaltenden Nachfrage in Europas Wiederbewaffnungszyklus.