19. Mai, 2024

Pharma

Der Aufstieg einer neuen Covid-Variante: KP.2 mischt das Feld neu auf

Der Aufstieg einer neuen Covid-Variante: KP.2 mischt das Feld neu auf

Im laufenden Jahr dominierte bisher die Coronavirus-Variante JN.1 die Infektionslandschaft. Eine neue Abwandlung mit der Bezeichnung KP.2 gewinnt jedoch zunehmend an Boden. Während KP.2 in den Vereinigten Staaten Mitte März nur ein Prozent der Covid-Fälle ausmachte, steht sie nun für mehr als ein Viertel der Infektionen.

KP.2 stammt von einer Gruppe von Covid-Varianten, denen Wissenschaftler den Namen "FLiRT" verliehen haben, inspiriert durch eine kreative Kombination der Buchstaben ihrer Mutationen. Diese Varianten sind Nachkommen von JN.1, und KP.2 ist, so der Virologe Dr. David Ho von der Columbia University, "sehr, sehr nah" an JN.1 angelehnt. Laborversuche an Zellkulturen durch Dr. Ho deuten darauf hin, dass KP.2 aufgrund kleiner Unterschiede im Spike-Protein womöglich besser darin ist, unsere Immunabwehr zu umgehen und ansteckender sein könnte als JN.1.

Obwohl derzeit keine steigenden Fallzahlen zu verzeichnen sind, beobachten Forscher und Mediziner mit Argusaugen, ob die Variante zu einer Sommerwelle führen könnte. "Niemand erwartet, dass sich die Dinge notwendigerweise abrupt ändern", so Dr. Marc Sala, Co-Direktor des Northwestern Medicine Comprehensive Covid-19 Center in Chicago. Dennoch könnte KP.2 "unsere neue Normalität werden", prognostiziert er.

Der gegenwärtige Verbreitungsstand von Covid

Fachleute betonen, dass es mehrere Wochen dauern könnte, bis sichtbar wird, ob KP.2 zu einem Anstieg der Covid-Fälle führen wird. Die Kenntnisse über die Verbreitung des Virus sind begrenzt, insbesondere nach dem Ende des öffentlichen Gesundheitsnotstands, seitdem weniger umfassende Daten zu Infektionsfällen vorliegen. Ärzte stellen fest, dass die Nutzung von Covid-Tests in der Bevölkerung zurückgegangen ist.

Doch die aktuell verfügbaren Informationen stimmen zuversichtlich: Trotz des Variantenwechsels deuten Daten des Centers for Disease Control and Prevention (C.D.C.) darauf hin, dass landesweit nur "minimale" Virusmengen im Abwasser zirkulieren, und der Besuch in Notfallambulanzen sowie Krankenhausaufenthalte sind zwischen Anfang März und Ende April rückläufig.