24. Juni, 2024

Pharma

Demografische Herausforderung im Ärztesektor: Pensionierungswelle steht bevor

Demografische Herausforderung im Ärztesektor: Pensionierungswelle steht bevor

Die medizinische Versorgung in Deutschland steht vor einer demografischen Herausforderung: Knapp ein Drittel aller Human- und Zahnmediziner wird in naher Zukunft in den Ruhestand gehen, ein Umstand, der auf eine bevorstehende Pensionierungswelle hinweist. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Gruppe der über 55-jährigen Ärzte mit 31 Prozent im Vergleich zu 26 Prozent aller Erwerbstätigen überrepräsentiert ist. Obwohl die Ärztezahl insgesamt innerhalb von zehn Jahren um beachtliche 23 Prozent auf 502.000 Fachkräfte anwuchs, ist doch der Anteil der erfahrenen Mediziner im gleichen Zeitraum von 26 Prozent auf 31 Prozent angestiegen.

Parallel dazu lässt sich ein anhaltender Trend zur Internationalisierung der deutschen Ärzteschaft beobachten. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der ausländischen Ärzte mit nunmehr 62.000 mehr als verdoppelt und macht 12 Prozent aller in Deutschland tätigen Ärzte aus. Zuvor lag dieser Anteil bei 7 Prozent. Unter den im letzten Jahr in Deutschland arbeitenden Medizinern hatten 115.000 einen Migrationshintergrund, was fast einem Viertel der gesamten Ärzteschaft entspricht, wovon viele mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft innehaben.

Zugleich ist ein steigendes Interesse am Medizinstudium zu verzeichnen. So ist die Zahl der Humanmedizinstudenten im Wintersemester 2022/2023 auf 14.300 Neuanfänger angestiegen. Im Bereich der Zahnmedizin hingegen zeigt sich ein stabiler Trend: Hier begannen 1.900 Studierende ihr Studium, eine Zahl, die sich seit zehn Jahren nicht wesentlich geändert hat.

Die Statistiken verweisen auf eine sich wandelnde Landscape im Gesundheitssektor – sowohl hinsichtlich des demografischen Aufbaus des ärztlichen Personals als auch der Internationalisierung und des Studierendeninteresses. Strategien zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung und zur Integration internationaler Fachkräfte sind mehr denn je gefragt.