Der deutsche Leitindex Dax hat am Donnerstag ein neues Allzeithoch erklommen und erstmals die Marke von 18.900 Punkten durchbrochen. Trotz der enttäuschenden Reaktion auf die Ergebnisse des US-Chipriesen Nvidia, schloss der Dax bei 18.912,57 Punkten, ein Anstieg von 0,69 Prozent. Seit Jahresanfang konnte der Index damit fast 13 Prozent zulegen. Der MDax zeigte sich gar noch dynamischer und stieg um 1,17 Prozent auf 25.508,74 Punkte.
Während Nvidia die hochgesteckten Erwartungen der Märkte nicht ganz erfüllen konnte, fanden Technologiewerte auf beiden Seiten des Atlantiks dennoch reichlich Zulauf. Die deutschen Inflationsdaten passten sich dabei in die Komfortzone der Europäischen Zentralbank ein, wodurch Spekulationen um eine bevorstehende Zinssenkung im September befeuert wurden. Die NordLB erklärte, dies sei ein klares Zeichen für eine Leitzinssenkung.
Im Dax konnte insbesondere Infineon einen Zuwachs von 1,6 Prozent verzeichnen. Noch besser lief es für SAP, deren Papiere um gut zwei Prozent stiegen. In den USA beeinflussten positive Ausblicke des Softwareunternehmens Salesforce das Marktgeschehen. Auch Chipindustrie-Ausrüster profitierten: Aixtron sprang im MDax um fast vier Prozent nach oben, während Süss Microtec und PVA Tepla im SDax Zuwächse von bis zu 8,5 Prozent verbuchten.
Unter den Tagesgewinnern ragten Delivery Hero und Schott Pharma heraus. Delivery Hero legte mit mehr als zwölf Prozent an der Spitze des MDax zu. Analysten würdigten die guten Resultate des zweiten Quartals sowie positive Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika. Ein möglicher Börsengang der Marke Talabat verstärkte den Optimismus der Anleger zusätzlich.
Schott Pharma konnte im SDax mit einem Kursplus von über elf Prozent glänzen und riss den Wettbewerber Gerresheimer im MDax mit, dessen Aktien um 7,5 Prozent zulegten. Marktexperten lobten die verbesserten Jahresprognosen und die stärker als erwarteten Ergebnisse des Verpackungsspezialisten.
Auf Eurozonen-Ebene legte der EuroStoxx 50 um mehr als ein Prozent auf 4966,27 Punkte zu, womit er den höchsten Stand seit Mitte Juli erreichte. Außerhalb der Eurozone legten der SMI in der Schweiz und der FTSE 100 in London um bis zu 0,6 Prozent zu. In den USA konnte der Dow Jones Industrial um 0,9 Prozent und der Nasdaq 100 um mehr als ein Prozent zulegen.
Der Euro verlor weiter und fiel zuletzt auf 1,1084 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1088 US-Dollar fest, was einem Dollarpreis von 0,9018 Euro entspricht.
Am Markt für deutsche Bundesanleihen sank die Umlaufrendite leicht von 2,26 auf 2,24 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,17 Prozent auf 126,55 Punkte, während der Bund-Future geringfügig um 0,03 Prozent auf 133,96 Punkte nachgab.