23. Juni, 2024

Politik

Cyber-Angriffe auf CDU und SPD werfen Schatten auf Europawahl

Cyber-Angriffe auf CDU und SPD werfen Schatten auf Europawahl

Die CDU ist eine Woche vor den Europawahlen Ziel eines schweren Cyber-Angriffs geworden. Aus Regierungskreisen verlautete, dass man den Vorfall sehr ernst nehme und intensiv untersuche. Das Innenministerium bestätigte die schwerwiegende Attacke auf die Netzwerke der Partei. Über den Schadenumfang oder die Täter könne man aufgrund laufender Ermittlungen jedoch keine weiteren Details bekannt geben. „Die Vorgehensweise deutet auf einen sehr professionellen Akteur hin“, erklärte ein Sprecher.

Unklar bleibt vorerst, ob sensible Daten betroffen sind. Eine CDU-Sprecherin gab bekannt, dass Teile der IT-Infrastruktur vorsorglich vom Netz genommen und isoliert wurden. Die Website cdu.de ist jedoch weiterhin erreichbar.

Generalsekretär Carsten Linnemann und der Thüringer CDU-Landesvorsitzende Mario Voigt nahmen gegenüber der Presse Stellung zu dem Vorfall. Voigt sagte: „Wer auch immer diesen Anschlag verübt hat, sieht die CDU als Bedrohung für seine Interessen. Die CDU stellt eine Gefahr für alle Akteure dar, die ein schwaches Europa wünschen.“ Die Partei arbeite eng mit deutschen Sicherheitsbehörden zusammen, um den Angriff aufzuklären.

Die Behörden zeigen durch ihre rasche Reaktion, wie ernst sie den Vorfall nehmen. Der Verfassungsschutz wird noch am gleichen Tag eine Warnung an alle Bundestagsparteien herausgeben. Der Sprecher des Innenministeriums betonte, dass alle Schutzmaßnahmen gegen digitale Bedrohungen hochgefahren wurden und unterstreicht damit die Notwendigkeit solcher Maßnahmen gerade vor wichtigen Wahlen.

Auch die SPD war im vergangenen Jahr Ziel eines Hackerangriffs geworden. Damals wurden E-Mail-Konten der Parteizentrale gehackt. Für diesen Angriff macht die Bundesregierung eine Einheit des russischen Militärgeheimdienstes verantwortlich, die Gruppe APT28. Diese Gruppe ist seit mindestens 2004 weltweit im Bereich Cyber-Spionage aktiv. Der Angriff auf die SPD war Teil einer Kampagne, die sich gegen mehrere europäische Länder richtete und auch deutsche Unternehmen aus Logistik, Rüstung, Luft- und Raumfahrt sowie IT-Dienstleistungen betraf.

Der Digitalverband Bitkom warnte zuletzt vor einer wachsenden Zahl solcher Angriffe, insbesondere aus China und Russland. Laut Bitkom sind 80 Prozent der Unternehmen von Cyberangriffen betroffen, wobei 46 Prozent der Angriffe auf Russland und 42 Prozent auf China zurückgeführt werden konnten. Die Ziele dieser Angriffe reichen von finanziellen Interessen bis hin zur Destabilisierung kritischer Infrastrukturen.

CDU-Politiker Voigt wies darauf hin, dass Angreifer auch das Vertrauen der Bürger in den staatlichen Schutz untergraben wollen. „Unsere politischen Institutionen sind widerstandsfähig und unsere Wahlen sind durch Cyberangriffe nicht gefährdet, aber die Bedrohungslage ist so hoch wie nie“, erklärte er. Die Bevölkerung müsse sensibilisiert werden, dass staatlich unterstützte Cyberangriffe aus dem Ausland das politische Klima mit Fake News und Desinformationen destabilisieren und Wahlen beeinflussen könnten.