Die in Hongkong ansässige CK Infrastructure Holdings, die von der Familie des reichsten Mannes der Region, Li Ka-shing, kontrolliert wird, zieht eine Zweitlistung an der Londoner Börse in Erwägung, da das Vertrauen in den britischen Handelsplatz wächst.
In einer Mitteilung an die Hongkonger Börse am Donnerstag erklärte das Unternehmen, dass es eine "potenzielle zusätzliche Listung" an einer ausländischen Börse, wie London, prüfe. Ein Insider der Gruppe bezeichnete den möglichen Schritt als ein "Zeichen des Vertrauens in das Vereinigte Königreich" und meinte, der Zeitpunkt sei nach dem Wahlsieg der Labour-Partei und der daraus resultierenden politischen Stabilität im Land passend.
Die britische Hauptstadt hat Schwierigkeiten, Unternehmen an ihre Börse zu locken und mit konkurrierenden Börsen wie New York zu konkurrieren. Der Wert neuer Börsengänge im Vereinigten Königreich fiel im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit Jahren und lag bei knapp über einer Milliarde Dollar. Es gibt jedoch Anzeichen für eine Erholung des britischen Marktes, da die in China gegründete Online-Modehandelsgruppe Shein laut Insidern auf einen Blockbuster-Börsengang in London zusteuert.
Das Infrastrukturunternehmen mit einem Marktwert von 110 Milliarden HK$ (14 Milliarden Dollar) betonte, dass die in Erwägung gezogene Zweitlistung voraussichtlich keine Kapitalbeschaffung beinhalten wird. Diese Idee folgt auf die Ankündigung der britischen Finanzaufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) in dieser Woche, die umfangreichste Überarbeitung des britischen Börsensystems durchzuführen, was Teil eines größeren Bestrebens ist, mehr Unternehmen nach London zu locken.
CKI, die zum in Hongkong ansässigen CK Hutchison-Konglomerat gehört und von Li Ka-shings älterem Sohn Victor Li geleitet wird, hat jedoch noch keine endgültige Entscheidung darüber getroffen, ob sie die Zweitlistung durchführen werden. Eine Zweitlistung könnte laut CKI der geografisch diversifizierten Aktionärsbasis des Unternehmens zugutekommen und das Profil des Unternehmens schärfen. Sie könnte auch "einen größeren Markt für den Handel" anbieten.
CKI's Investitionen in Gas-, Wasser- und Stromanlagen erstrecken sich über das Vereinigte Königreich, Australien, Kanada und das chinesische Festland. Das Unternehmen erwarb 2010 UK Power Networks für 5,5 Milliarden Pfund und hält bedeutende Anteile an Northumbrian Water und Northern Gas Networks. Die britischen Wasserlieferanten stehen unter Druck aufgrund steigender Rechnungen und eines Versagens bei der Bewältigung von Abwasserproblemen.
Die Regulierungsbehörde Ofwat hat in einem Entwurf beschlossen, den Anstieg der durchschnittlichen Haushaltsrechnungen für Northumbrian Water auf 11 Prozent, ohne Berücksichtigung der Inflation, zwischen 2024/25 und 2029/30 zu begrenzen und damit den Antrag des Unternehmens auf eine Erhöhung um 14 Prozent abzulehnen.