Chinesische Autobauer, darunter prominente Namen wie Xpeng und GAC, betonten auf der Automesse in Paris, dass ihre Expansion in Europa nicht darauf abzielt, etablierte europäische Hersteller mit günstigeren Elektrofahrzeugen zu verdrängen. Damit wollen sie die Befürchtungen der europäischen Konkurrenz zerstreuen, die mit Skepsis auf die zunehmend aggressive internationale Expansionsstrategie der chinesischen Anbieter blicken.
Xpengs Co-Präsident, Brian Gu, versicherte, dass seine zehn Jahre junge Firma nicht die Absicht habe, die über Jahrzehnte entwickelten Traditionen europäischer Automarken zu stürzen. Vielmehr wolle man sich als Anbieter von "Premium-Elektrofahrzeugen" positionieren, die fortschrittliche Künstliche-Intelligenz-Technologien bieten. Zugleich betonte Gu, dass man nicht über den Preis konkurrieren wolle, obwohl kompaktere Modelle mit erschwinglichen Preisen in Betracht gezogen werden könnten.
GAC, ein staatliches chinesisches Unternehmen, das in der Region Fuß zu fassen versucht, äußerte sich ebenfalls beschwichtigend über die wirtschaftlichen Vorteile seines Markteintritts in Europa. Das Unternehmen sei daran interessiert, mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten und den Bedürfnissen der europäischen Verbraucher gerecht zu werden, so Feng Xingya, General Manager von GAC.
Vor dem Hintergrund wachsender politischer Anspannung über die Risiken für die europäische Industrie haben die EU-Mitgliedstaaten kürzlich Einfuhrzölle von bis zu 45 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge beschlossen. Dieser Schritt soll das Vordringen der chinesischen Hersteller bremsen, während europäische Produzenten wie Volkswagen und Stellantis bereits mit warnenden Tönen auf die Herausforderungen für hiesige Werke reagieren, die unter Überkapazitäten und sinkender Nachfrage leiden.
Allerdings dämpfen einige europäische Autobauer ihre Kritik, um technologische Kooperationen mit chinesischen Unternehmen nicht zu gefährden. Insbesondere im Bereich der Batterietechnologie, wo chinesische Firmen eine Schlüsselrolle einnehmen, werden Partnerschaften gesucht. Renault-CEO Luca De Meo verkündete, dass die Firma im Rahmen einer Partnerschaft mit Chinas Envision AESC ihre Elektrofahrzeugproduktion in Nordfrankreich ausbauen will, um im Wettbewerb mit den chinesischen Herausforderern besser aufgestellt zu sein.