Australien könnte potenziell zu einem Profiteur verschobener globaler Canola-Handelsströme werden, sollten sich chinesische Importzölle auf kanadisches Rapsölmaterial bewahrheiten. Aber Peking muss zunächst seine Bedenken bezüglich eines gefürchteten Pilzes überwinden.
China, der weltgrößte Importeur von Raps (bekannt als Canola), hat den Markt ins Wanken gebracht, indem es eine Anti-Dumping-Untersuchung gegenüber kanadischem Raps ankündigte. Diese Maßnahme, die sich gegen den größten Exporteur des Ölsaatgutes richtet, hat einen Handelswert von ca. zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr.
Die Herausforderung für China besteht darin, den Zugang zu australischem Raps zu ermöglichen, um seine Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die strikten Quarantäneregeln angesichts des auf australischen Feldern vorkommenden Schwarzbeins zu überarbeiten. Diese Regeln haben seit 2020 australische Lieferungen blockiert. Ein Experte von IKON Commodities in Sydney betont, dass China kaum andere Optionen hat, da die Versorgungslage in der EU und der Ukraine knapp ist.
Peking plant, seine Untersuchung bis September nächsten Jahres abzuschließen, aber sie könnte um sechs Monate verlängert werden. Bereits jetzt zeigen chinesische Käufer Zurückhaltung bei neuen Vertragsabschlüssen mit Kanada. Die Handelsquellen berichten, dass seit der Untersuchung keine neuen Deals mehr zustande gekommen sind.
Die Canola-Blüte schafft eindrucksvolle Landschaften in Kanada, Europa und Australien, und das Öl hat vielfältige Anwendungen, von Speiseöl bis hin zu Biokraftstoffen und Tierfutter. Doch Schwarzbein, eine Pilzkrankheit, die die Ölsaat vermindert, hat schon früher für Spannungen gesorgt.
Mit einer möglichen Regelanpassung für den Schwarzbein-Import könnte China schnell auf den australischen Markt zugreifen, so ein Analyst von Australian Crop Forecasters. Canberra arbeitet zudem aktiv mit Peking an einer Wiederaufnahme der Exporte, einschließlich Probelieferungen, die potenziell infektiöses Material in Hafennähe verarbeiten, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.
Während China darauf brennt, Alternativen zu Kanada zu finden, zeigt sich, dass australischer Raps in der Regel über Verunreinigungen verfügt, die den chinesischen Anforderungen schwerlich entsprechen. Zudem stehen australische Produzenten aufgrund höherer Preise auf anderen Märkten wie der EU nicht unter Druck, nach China zu exportieren.
Das verkompliziert Chinas Wunsch, Kanada als Hauptlieferant zu ersetzen, denn andere Märkte wie die EU konkurrieren ebenfalls um die verfügbaren Lieferungen. Abschließend bestätigt ein westaustralischer Landwirt, dass australischer Raps derzeit stärker an den europäischen Markt gebunden ist und entsprechend höhere Preise erzielt.