28. Februar, 2024

Grün

Bundesregierung präsentiert Kraftwerksstrategie – Minimaler Fortschritt und offene Fragen

Bundesregierung präsentiert Kraftwerksstrategie – Minimaler Fortschritt und offene Fragen

Nach langem Warten hat die Bundesregierung endlich Einblick in ihre Kraftwerksstrategie gewährt. Die Energieversorger und Unternehmen, die mit Spannung auf richtungsweisende Entscheidungen gehofft hatten, müssen sich allerdings mit einer mageren Kompromisslösung zufriedengeben. Der ausgehandelte Plan, der nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, zeigt in seiner Substanz wenig Neues und orientiert sich stark an den bereits im letzten Sommer skizzierten Vorstellungen von Wirtschaftsminister Robert Habeck.

Die Herausforderung, die notwendigen Weichen für den früher als geplanten Kohleausstieg zu stellen, hängt mit der Klärung essenzieller Fragen zusammen. Diese Klärungen sind dringend erforderlich, um das Vorhaben eines reibungslosen Übergangs nicht zu gefährden. Trotz des wenig ambitionierten Gesamtbildes ist zumindest eine Neuerung in der Strategie zu erkennen: die Bundesregierung erwägt die Nutzung von "blauem" Wasserstoff, der aus Erdgas gewonnen wird, als Zukunftsenergie für Gaskraftwerke ab dem Jahr 2035. Diese Option spiegelt die wachsende Erkenntnis wider, dass der Import von grünem Wasserstoff in den benötigten gewaltigen Mengen komplizierter sein könnte, als bisher angenommen.

Diese Entscheidung könnte als Zugeständnis verstanden werden, das die realen Schwierigkeiten bei der Umstellung auf eine klimaneutrale Energieversorgung anerkennt und dabei pragmatische Zwischenschritte in Betracht zieht. Dennoch zeichnet sich klar ab, dass die Regierung bei der Erarbeitung einer umfassenden und wirksamen Strategie noch einige Schritte vor sich hat.