24. Juli, 2024

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BP hebt Energieprognosen an: Verzögerung der Energiewende mit Kosten verbunden

BP hebt Energieprognosen an: Verzögerung der Energiewende mit Kosten verbunden

Die jüngste Prognose von BP signalisiert eine Verlangsamung der globalen Energiewende. In dem viel beachteten Jahresbericht erhöht das Ölunternehmen seine Vorhersagen für die Nachfrage nach Öl und Gas, da erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie nicht schnell genug wachsen, um mit dem Anstieg des weltweiten Energiebedarfs Schritt zu halten. BP warnt, dass eine Verzögerung der Energiewende 'kostspielig' sein könnte und betont, dass Öl weiterhin 'eine bedeutende Rolle im globalen Energiesystem für die nächsten 10-15 Jahre' spielen wird. In dem Bericht wird erwartet, dass die Ölnachfrage im Jahr 2035 bei etwa 97,8 Millionen Barrel pro Tag liegen wird, was einem Anstieg von mehr als 5 Prozent gegenüber der letztjährigen Prognose entspricht. Diese Zahl basiert auf dem aktuellen Verlauf des globalen Energiesystems. Berücksichtigt man die Netto-Null-Ziele – die Reduktion der CO₂-Emissionen um etwa 95 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau – liegt die Prognose für die Ölnachfrage 2035 bei 80,2 Millionen Barrel pro Tag, ein Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das Jahr 2050 wird eine Ölnachfrage von 76,8 Millionen Barrel pro Tag im aktuellen Verlauf prognostiziert, verglichen mit 73 Millionen Barrel pro Tag im vergangenen Jahr. Der weltweite Verbrauch liegt derzeit bei etwa 100 Millionen Barrel pro Tag. Auch die Erdgasnachfrage für 2035 wurde laut BP um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Trotz der höheren Nachfrageprognosen für fossile Brennstoffe sind die CO₂-Emissionsprognosen für 2050 geringer, sowohl unter dem aktuellen Verlauf als auch im Kontext der Netto-Null-Ziele. Die Berechnungen berücksichtigen dabei verschiedene Annahmen und Urteile zur Natur der Energiewende, betont das Unternehmen. Während die genauen Gründe für die erhöhte Öl- und Gasnachfrage in dem Bericht nicht direkt genannt werden, weist BP darauf hin, dass der Rückgang beim Öleinsatz im Straßenverkehr durch einen steigenden Verbrauch in der Petrochemie ausgeglichen wird. Zudem steigern auch aufstrebende Volkswirtschaften mit zunehmendem Wohlstand und Lebensstandard die Ölnachfrage. BP's Chefökonom Spencer Dale bezeichnet die heutige Situation als eine 'Energie-Ergänzungsphase', in der sowohl der Verbrauch von kohlenstoffarmen Energien wie erneuerbaren Energien als auch von fossilen Brennstoffen zunimmt. Dale zufolge besteht die Herausforderung darin, in eine Phase überzugehen, in der kohlenstoffarme Energien schnell genug zunehmen, um den globalen Energiebedarf zu decken und gleichzeitig den Verbrauch fossiler Brennstoffe und die Kohlenstoffemissionen zu verringern.