22. August, 2026

Märkte

Börsentag im Zeichen der Zurückhaltung: Anleger bremsen nach jüngstem Höhenflug

Börsentag im Zeichen der Zurückhaltung: Anleger bremsen nach jüngstem Höhenflug

Nach drei erfreulichen Gewinntagen legen die Anleger am Montag eine Verschnaufpause bei deutschen Aktien ein. Der Dax verzeichnete am Nachmittag einen Rückgang um 0,51 Prozent auf 18.652 Punkte, während der MDax um 0,77 Prozent auf 25.705 Punkte fiel. Auch der EuroStoxx verzeichnete einen Rückgang um ein halbes Prozent.

Nachdem der Dax am Freitag einen seit Mai bestehenden Korrekturtrend durchbrochen hatte, sehen Analysten der Berenberg Bank den Weg zu einer Bestmarke von 18.892 Punkten offen. Die starken Juli-Wochen bestätigen laut den Experten die übliche Saisonalität. Die bevorstehende Berichtssaison wird als nächster Prüfstein für positive Überraschungen gesehen, allerdings liege die Messlatte sehr hoch, so die Einschätzung der Berenberg Bank.

Am Montag mussten die Anleger auch den Anschlag auf den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump verarbeiten. Dies könnte den Wahlkampf in den USA intensivieren, und Trump dürfte versuchen, politisches Kapital daraus zu schlagen. Dass der sogenannte 'Trump-Trade' an der Börse wieder auflebt, prognostiziert Marktbeobachter Jürgen Molnar von RoboMarkets, während die US-Börsen mit einem freundlichen Handelsstart gerechnet werden.

Einige europäische Rüstungswerte profitierten von der aktuellen Unsicherheit. Aktien von Rheinmetall, Hensoldt und Renk verzeichneten Kursgewinne zwischen 1,4 und 1,8 Prozent, angetrieben durch Sorgen über Trumps Haltung zum Ukraine-Krieg und die NATO.

Im Gegensatz dazu belasteten Trumps potenzielle Energiepolitik erneuerbare Energien-Aktien. So gaben die Papiere von RWE und Siemens Energy um bis zu 3,2 Prozent nach. Kursverluste gab es auch beim Windkraftspezialisten Nordex, wo Gewinnmitnahmen und enttäuschende Auftragszahlen einen Rückgang um vier Prozent verursachten, trotz optimistischer Kommentare von Citigroup.

Einen Einbruch um 34 Prozent mussten Baywa-Aktionäre verkraften, nachdem das Unternehmen aufgrund hoher Schuldenlast einen Sanierungsgutachter beauftragen will. Diese Maßnahme soll die 'angespannte Finanzierungslage' verbessern.

Die Lufthansa-Aktien verloren zwei Prozent, beeinflusst durch eine Verkaufsempfehlung des Analysten Johannes Braun von Stifel. Komplexe Probleme und ineffiziente Kapazitätswachstumsstrukturen der Fluggesellschaft könnten laut Braun zu einem schwachen zweiten Halbjahr führen.

Auch Hugo Boss war von Kursverlusten betroffen. Die Papiere des Modeunternehmens gaben um 2,9 Prozent nach, beeinflusst durch enttäuschende Geschäftszahlen des Schweizer Uhrenherstellers Swatch und der gestrichenen Dividende des britischen Modehauses Burberry.

Der Euro schaffte es knapp über die Marke von 1,09 US-Dollar, während der Kurs von 1,0904 US-Dollar zuletzt notiert wurde. Die Umlaufrendite am Anleihenmarkt sank von 2,53 Prozent auf 2,49 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 124,65 Punkte, während der Bund-Future um 0,08 Prozent auf 131,71 Punkte nachgab.