18. Juli, 2024

Krypto

Bitcoin im Sinkflug: Kryptomarkt gerät unter Druck

Bitcoin im Sinkflug: Kryptomarkt gerät unter Druck

Der Bitcoin erlebte am Freitag im frühen Handel einen signifikanten Kursrückgang und fiel zeitweise unter die Marke von 54.000 Dollar. Mit einem Wert von zuletzt 54.025 Dollar lag die bedeutendste Digitalwährung rund 8,3 Prozent unter dem Niveau des Vortages und markierte damit den tiefsten Stand seit Ende Februar. Seit Wochen steht der Bitcoin unter Verkaufsdruck. Anfang Juni notierte der Kurs noch bei etwa 72.000 Dollar. Auch andere Digitalwährungen wie Ethereum, BNB und Solana mussten deutliche Verluste hinnehmen. Laut Coinmarketcap.com schrumpfte die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen um mehr als acht Prozent auf 1,99 Billionen Dollar. Experten führen die jüngsten Verluste auf eine Mitteilung des Insolvenzverwalters der im Jahr 2014 gescheiterten Kryptobörse Mt.Gox zurück. Dieser hatte angekündigt, eine beträchtliche Anzahl von Bitcoin-Token an geschädigte Gläubiger zu übergeben, die seit Jahren auf eine Entschädigung warten. Diese Maßnahme könnte zu einem signifikanten Überangebot an Bitcoin auf dem Markt führen. Nach dem Zusammenbruch von Mt.Gox verloren Nutzer insgesamt 850.000 BTC, von denen 142.000 BTC gerettet wurden und nun an die Eigentümer zurückgegeben werden sollen. Mt.Gox war einst die weltweit größte Handelsplattform für Bitcoin, bis sie nach einem Hack Anfang 2014 Insolvenz anmelden musste, was zu einer ersten großen Vertrauenskrise der Kryptowährung führte. Die Reaktionen der ehemaligen Mt.Gox-Kunden sind bislang unklar. Sollten viele von ihnen ihre Bitcoin-Bestände kurzfristig verkaufen, könnte dies zu einem weiteren Kursrückgang führen. Marktbeobachter von Glassnode haben jedoch noch keine signifikanten BTC-Transfers verzeichnet. Zusätzliche Sorgen hinsichtlich eines Überangebots an Bitcoin entstehen durch große BTC-Bestände, die von Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmt worden sind. Im Januar beschlagnahmte das Landeskriminalamt Sachsen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die illegale Film-Tauschbörse Movie2k.to rund 50.000 Bitcoin. Auch das Bundeskriminalamt (BKA) wandelt regelmäßig beschlagnahmte Bitcoin-Bestände in traditionelle Währungen wie Euro oder Dollar um. Die insgesamt negative Stimmung am Kryptomarkt in den letzten Wochen hängt auch mit der unklaren Geldpolitik der US-Zentralbank Federal Reserve zusammen. Solange die Zinssätze relativ hoch bleiben, stehen Investoren zahlreiche gewinnbringende Anlagemöglichkeiten offen. Sinkende Zinsen könnten hingegen Kryptowährungen wieder attraktiver machen.