Mehr als nur ein neues iPhone
Wenn Apple im September zur Keynote lädt, blickt die Welt traditionell auf das nächste iPhone. Doch in diesem Jahr geht es um weit mehr als ein paar Millimeter dünner oder eine leicht verbesserte Kamera.
Apple muss beweisen, dass es beim Einsatz von KI nicht den Anschluss verliert. Laut US-Medien dürfte ein „iPhone Air“ das Line-up ergänzen, flankiert von neuen Apple-Watch-Modellen, überarbeiteten iPad Pros und einer schnelleren Version des Vision Pro-Headsets.
KI als entscheidende Messlatte
Der Druck ist enorm: Konkurrent Google hat die Vorstellung seiner Pixel-Smartphones bereits vorgezogen und erneut Künstliche Intelligenz als Verkaufsargument ins Rampenlicht gestellt.
Während die Pixel-Geräte zwar nur kleine Marktanteile halten, punkten sie bei KI-Funktionen wie Sprachsteuerung, Fotobearbeitung und persönlicher Assistenz. Apple dagegen hat sich bislang auffällig zurückgehalten. Branchenanalysten kritisieren, dass Siri längst nicht mehr zeitgemäß sei und Cupertino im KI-Rennen eher reagiere als gestalte.

Zollstreit und geopolitische Risiken
Zusätzlichen Druck erzeugen geopolitische Faktoren. Die von Washington verhängten Zölle auf Importe aus China und Indien treffen Apple direkt, da ein Großteil der Geräte in diesen Ländern produziert wird.
Zwar versucht der Konzern, Fertigungskapazitäten nach Vietnam und in die USA zu verlagern, doch die Abhängigkeit von Asien bleibt erheblich. Jeder weitere Schritt in der US-Handelspolitik könnte die Marge belasten.
Vision Pro – Testfall für Apples Innovationskraft
Mit Spannung erwarten Investoren auch die Präsentation einer neuen Version des Vision Pro-Headsets. Die erste Generation verkaufte sich unter den Erwartungen und wurde von Kritikern als teures Experiment abgestempelt. Sollte Apple nun beweisen, dass es KI in die Mixed-Reality-Brille sinnvoll integriert, könnte das die Wahrnehmung von Cupertino als Innovationsführer entscheidend verändern.
Konkurrenz im Nacken
Während Apple unter Zugzwang steht, drängen Samsung, Xiaomi und andere asiatische Hersteller mit immer aggressiveren Preisen und KI-Funktionen in den Markt.
Alle setzen auf Googles Android-Betriebssystem und nutzen KI als Differenzierungsmerkmal. Für Apple ist klar: Wer die KI-Welle verschläft, riskiert seine Dominanz im Premiumsegment.
Schicksalsmoment im September
Die Präsentation am 9. September ist mehr als nur ein weiterer Produktlaunch. Sie ist ein Gradmesser dafür, ob Apple im KI-Zeitalter noch Taktgeber ist – oder Gefahr läuft, von Google und anderen Rivalen überholt zu werden.
Für CEO Tim Cook ist es ein Moment der Wahrheit: Gelingt es, die Investoren mit einer glaubwürdigen KI-Strategie zu überzeugen, bleibt Apple unangefochten. Misslingt es, könnte der Mythos vom Innovationsführer ernsthaft Risse bekommen.
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