In Australien sorgt ein erneuter antisemitischer Vorfall für Unmut und Besorgnis: Nach einem Brandanschlag auf eine Synagoge in Melbourne gerieten nun in Sydney ein Auto in Brand und zwei Gebäude wurden mit anti-israelischen Parolen beschmiert. Premierminister Anthony Albanese nannte den Angriff in einem Interview einen "Skandal" und wurde von der neu eingerichteten Taskforce gegen Antisemitismus über die Details informiert. Albanese äußerte sich entsetzt über die Tatsache, dass der Konflikt aus Übersee auf australischen Boden getragen wird. Dies widerspreche den Grundlagen, auf denen Australien aufgebaut sei. "Dies ist ein Hassverbrechen, so einfach ist das", betonte er, als er bei ABC Radio sprach. Laut Polizei von New South Wales wurden in der Nähe des Brandorts in Woollahra, einem Stadtteil mit hoher jüdischer Bevölkerungsdichte, zwei vermummte Personen in dunkler Kleidung gesehen. Nun wird untersucht, inwiefern dieser Vorfall mit dem Anstieg antisemitischer und islamfeindlicher Vorfälle im Land zusammenhängt. Seit Israels Vergeltungsschlag gegen die Hamas im Oktober 2023 gab es einen deutlichen Anstieg der antisemitischen Vorfälle. Der Exekutivrat der australischen Juden berichtete von über 2.000 Angriffen zwischen Oktober 2023 und September 2024, verglichen mit etwa 500 im Vorjahreszeitraum. Die jüdische Gemeinschaft in Australien übt Kritik an der Regierung unter Albanese, da sie ihrer Meinung nach nicht entschieden genug gegen Antisemitismus vorgeht. Auch Israels Premierminister Benjamin Netanyahu meldete sich zu Wort und verband den Angriff auf die Synagoge mit der "anti-israelischen Stimmung", die einige australische politische Entscheidungen prägten. Die australische Regierung verteidigt indes ihre Maßnahmen gegen Antisemitismus, während der Vorfall weiterhin untersucht wird.
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Angriff auf jüdische Gemeinschaft: Australien unter Schock