15. Juli, 2024

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Analystenstudie drückt Bechtle-Aktie – Cancom profitiert von Aktienrückkäufen

Analystenstudie drückt Bechtle-Aktie – Cancom profitiert von Aktienrückkäufen

Eine kritische Analyse der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas hat das Papier des IT-Dienstleisters Bechtle empfindlich unter Druck gesetzt. Der Aktienkurs fiel am Montag auf den tiefsten Stand seit Oktober und rutschte auf unter 41 Euro. Am Ende des Handelstages stand ein Verlust von 7,1 Prozent, was einem Kurs von 40,82 Euro entsprach.

Im Kontrast dazu erreichten die Aktien des IT-Dienstleisters Cancom einen vorläufigen Höchststand von 33,40 Euro, nachdem das Unternehmen Aktienrückkäufe angekündigt hatte. Dies ist der höchste Kurs seit März 2023. Während Bechtle seit Jahresbeginn etwa 10 Prozent verloren hat, legten die Cancom-Papiere um knapp 10,5 Prozent zu.

Der Analyst Martin Jungfleisch von Exane BNP Paribas äußerte sich skeptisch über die zukünftige Entwicklung von Bechtle und korrigierte sein neutrales Anlageurteil auf 'Underperform'. Er reduzierte das Kursziel der Bechtle-Aktie von 48 auf 38 Euro. Jungfleisch prognostiziert ein langsameres Wachstum für das im MDax gelistete Unternehmen, da wesentliche Märkte von der schwachen Konjunktur betroffen sind.

Der Analyst erläuterte weiter, dass die Nachfrage, die hauptsächlich von kleinen und mittelgroßen Unternehmen getrieben wird, durch das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld beeinträchtigt werde. Er verwies dabei auf die Statistik der deutschen Förderbank KfW, die eine starke Korrelation mit dem Organisationswachstum bei Bechtle aufweise. Die entsprechenden Indikatoren deuteten nicht nur auf stagnierende Trends hin, sondern sogar auf eine Abschwächung. Daher dürften die Ausgaben dieser wichtigen Kundengruppe schwach bleiben.

Zusätzlich erwartet Jungfleisch schwache Ausgaben im öffentlichen Sektor Deutschlands und Herausforderungen im französischen Markt, der elf Prozent des Umsatzes von Bechtle ausmacht, aufgrund der politischen Unsicherheiten nach den EU-Wahlen.

Ein weiterer Aspekt, der negativ ins Gewicht fällt, ist die schleppende Umstellung auf Windows 11. Der Analyst rechnet nicht mit dem erhofften Rückenwind aus diesem Bereich, da der Support für Windows 10 erst im Oktober des kommenden Jahres endet und der Upgrade-Zyklus voraussichtlich erst 2025 an Fahrt aufnehmen wird. Daten zeigen, dass die Einführung von Windows 11 seit der zweiten Jahreshälfte 2023 stagniert.