Die Aktionäre von Alphabet sehen sich in jüngster Zeit mit einer ganzen Bandbreite an Herausforderungen konfrontiert. So stellte im August ein US-Bezirksrichter fest, dass Google seine dominierende Stellung im Suchmaschinensegment illegal genutzt habe, um Konkurrenz zu unterdrücken und Innovationen zu hemmen. Dies stelle einen Verstoß gegen das Kartellrecht dar.
In einem aktuellen Gerichtsdokument schlägt das US-Justizministerium als mögliches Extremmaß eine Zerschlagung des Unternehmens vor. Diese Aussicht wirft unter Aktionären die Frage auf, ob die Alphabet-Aktie jetzt eine Kaufgelegenheit sein könnte. Allerdings gibt es noch weitere, weniger gravierende Maßnahmen, die in Betracht gezogen werden.
Google hat diese Entwicklungen nicht kommentarlos hingenommen und in einem Blogbeitrag erklärt, die Vorschläge des Justizministeriums könnten Verbrauchern, Unternehmen und Entwicklern schaden und gingen über die eigentlichen rechtlichen Fragen hinaus. Eine detaillierte Antwort sei bereits in Planung.
Obgleich eine Zerschlagung unwahrscheinlich erscheint, zeigt ein Blick in die Geschichte, wie selten derartige Maßnahmen in der Praxis umgesetzt wurden. So lehnte das Gericht im Jahr 2000 die Zerschlagung von Microsoft nach einem Monopolvorwurf letztlich ab. Auch die Aufspaltung von AT&T in den 1970er Jahren war eher die Ausnahme als die Regel.
Eine Entscheidung in dieser Angelegenheit steht nicht unmittelbar bevor. Das Gericht wird voraussichtlich erst im August 2025 ein Urteil fällen, und selbst dann könnte das Verfahren Jahre andauern, da Google bereits angekündigt hat, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Für Anleger bedeutet dies, dass der Geschäftsbetrieb vorerst wie gewohnt weiterlaufen dürfte. Google bleibt Marktführer im Suchgeschäft und dominiert mit einer breiten Palette an profitablen Geschäftszweigen, darunter digitale Werbung, Cloud-Services und künstliche Intelligenz. Eine mögliche Zerschlagung könnte sogar bislang unterschätztes Wertpotenzial freisetzen.
Die Unsicherheit hat allerdings bereits zu einem Kursrückgang der Aktie geführt, was sie derzeit vergleichsweise günstig erscheinen lässt. Alphabet wird aktuell mit einem für Investoren attraktiven Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt, das unter dem Branchenstandard liegt.
Es scheint an der Zeit, die Signale zu ignorieren und Alphabet-Aktien in Betracht zu ziehen.