19. Mai, 2024

Pharma

Afrikanische Staaten fordern Sanktionsmechanismus gegen Biopiraterie

Afrikanische Staaten fordern Sanktionsmechanismus gegen Biopiraterie

In der entscheidenden Phase der Verhandlungen für einen neuen UN-Vertrag zum Umgang mit genetischen Ressourcen und traditionellem Wissen, der in Genf stattfindet, fordern Vertreter afrikanischer Länder entschieden die Einführung von Sanktionen. Diese sollen gegen diejenigen Firmen oder Staaten verhängt werden, die sich nicht an die Regeln des Vertrags halten – ein deutliches Zeichen für das Streben nach gerechter Teilhabe und Anerkennung der Rechte an genetischen Ressourcen.

Das Abkommen, dessen Verhandlungen sich über zwei Jahrzehnte erstreckten und am 24. Mai zum Abschluss gebracht werden sollen, zielt darauf ab, den unrechtmäßigen Transfer und die anschließende wirtschaftliche Ausbeutung von Pflanzen oder anderen Organismen zu unterbinden. Die afrikanische Gruppe betont ihren Anspruch, dass die souveränen Rechte über traditionelles Wissen und deren genetische Ressourcen respektiert und durch das Abkommen geschützt werden müssen.

Ferner sieht der Vertragsentwurf vor, dass Unternehmen ihre Materialquellen bei Patentanmeldungen offenlegen müssen. Die Ursprungsländer sollen hierdurch die Möglichkeit erhalten, die Einhaltung der Genehmigungsprozesse und die Erfüllung erforderlicher Vereinbarungen zu überprüfen.

Die Verhandlungen zur Biopiraterie, die von der World Intellectual Property Organization (WIPO) durchgeführt werden, versammeln ungefähr 1200 Delegierte und Regierungsvertreter, was die globale Bedeutung und Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.