28. Februar, 2024

Wirtschaft

Zweiter Akt im Dieselgate-Drama: Ehemaliger VW-Chef vor Gericht

Zweiter Akt im Dieselgate-Drama: Ehemaliger VW-Chef vor Gericht

Das juristische Kapitel der Dieselaffäre, die die Automobilwelt erschütterte, wird mit der neuerlichen Zeugenbefragung im Rahmen des Investorenprozesses fortgesetzt. Nach der Aussage von Herbert Diess nimmt das Braunschweiger Oberlandesgericht nun Matthias Müller ins Visier. Der ehemalige Vorstandschef, der in die Fußstapfen von Martin Winterkorn trat, als dieser infolge des Skandals seinen Posten räumte, ist zur Klärung weiterer Fragen aufgerufen.

Der Rechtsstreit, geführt nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz, dreht sich um die finanziellen Einbußen der Anleger durch den als "Dieselgate" in die Geschichte eingegangenen Abgasskandal. Milliardenwerte an Börsenkursen verpufften, nun suchen Investoren Ersatz für ihr verlorenes Kapital.

Das Gericht, welches sich bereits durch Jahre der Verhandlungen gekämpft hat, zeigt mit dem Aufruf von über 80 Zeugen, darunter führende Köpfe des Konzerns, seine Entschlossenheit zur lückenlosen Aufklärung. Martin Winterkorn selbst soll in Kürze, am 14. Februar, eine Aussage machen und damit ein weiteres Puzzleteil zur Offenlegung der Vorgänge beitragen.

Im Kern bleibt die Frage: Inwieweit waren die Entscheidungsträger über die manipulierten Emissionswerte informiert und welche Verantwortung trifft sie im Hinblick auf die dramatischen Kurseinbrüche infolge der Enthüllungen? Anleger und Öffentlichkeit erhoffen sich durch die Zeugenaussagen Klarheit und Gerechtigkeit in einer Angelegenheit, die das Vertrauen in einen der größten Automobilhersteller der Welt erschütterte.