27. Mai, 2024

Wirtschaft

Zukunft von Spirit AeroSystems in Belfast: Zerschlagung birgt Risiken

Zukunft von Spirit AeroSystems in Belfast: Zerschlagung birgt Risiken

Der Vorsitzende von Spirit AeroSystems im Vereinigten Königreich, Sir Michael Ryan, sorgt sich um die Auswirkungen einer möglichen Aufspaltung des nordirischen Betriebsteils auf die Zukunft des Unternehmens und die regionale Luftfahrtindustrie. Boeing, der einstige Mutterkonzern von Spirit, steht derzeit in Verhandlungen, den amerikanischen Zulieferer zu erwerben, von dem man sich vor fast zwei Jahrzehnten getrennt hatte. Eine Zerschlagung der Belfast-Operationen würde diese nach Ansicht von Ryan stark gefährden.

Besonders besorgt ist Ryan um die Erhaltung der nordirischen Einrichtungen als eine Einheit, dies sei die beste Option für die Aufrechterhaltung des Geschäfts und die lokale Luftfahrtbranche. Die Überlegungen zur Aufspaltung sind aktuell besonders relevant, da Boeing nach einem Zwischenfall mit einem Flugzeugrumpf verstärkt auf interne Produktion setzt. Spirit ist ein wichtiger Zulieferer für die 737 Max Flugzeuge des Flugzeugbauers.

Spirit steht darüber hinaus in Verhandlungen mit Airbus, um die in Belfast geleisteten Arbeiten für den europäischen Konkurrenten zu diskutieren. Airbus-CEO Guillaume Faury betonte die Bedeutung der Unabhängigkeit beim Bezug wichtiger Bauteile. Die Gespräche zwischen Spirit und Airbus scheinen jedoch in eine positive Richtung zu verlaufen. Analysten spekulieren, dass Airbus vor allem die Tätigkeiten für das A220-Flugzeugprogramm in Belfast sichern will.

Die Anlagen in Belfast sind nicht nur für den Airbus A220 zentral, sondern auch für die Produktion von Rumpfkomponenten für Geschäftsflugzeuge von Bombardier. Mehr als 3.000 Menschen sind hier beschäftigt, und die Standorte tragen wesentlich zur Luftfahrtbranche der Region bei. Ryan betont allerdings, dass die vorhandene Struktur und das Ökosystem der Betriebe stark miteinander verknüpft sind, was zu Skaleneffekten und technologischer Synergie führt.

Gewerkschaftsvertreter teilen Ryans Bedenken. Ein Vertreter der GMB-Gewerkschaft erklärte die Erhaltung der Betriebsstätten als einheitliche Einheit sei von größtem Interesse, nicht nur wegen der Geschichte der Anlage, sondern auch wegen der hohen Anzahl an Arbeitsplätzen, die davon abhängen.

Spirit AeroSystems in Belfast wollte sich nicht zum Schreiben äußern, und ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums von Nordirland gab an, dass es sich um eine kommerzielle Diskussion zwischen den Unternehmen handele und man über die laufenden Verhandlungen informiert werde.

Airbus bestätigte die Gespräche über diverse Optionen, einschließlich der Übernahme einiger Spirit-Aktivitäten. Bombardier wollte keinen Kommentar zu Spirits Aktivitäten abgeben, äußerte jedoch die Erwartung, dass ihre Lieferverträge unabhängig vom Ausgang auf höchstem Standard erhalten blieben.