16. Juni, 2024

Wirtschaft

Zukunft von Galeria Karstadt Kaufhof im Fokus der Gläubiger

Zukunft von Galeria Karstadt Kaufhof im Fokus der Gläubiger

Optimismus durchzieht die Erwartungen des Handelsexperten Jörg Funder angesichts der bevorstehenden Entscheidung über den Sanierungsplan von Galeria Karstadt Kaufhof. Funder, Professor für Unternehmensführung im Handel, sieht eine breite Zustimmung der Gläubiger als nahezu gesichert und deutet diese als positives Zeichen für die Arbeitnehmerschaft. Tatsächlich würde bei einer Verweigerung des Sanierungsplans eine generelle Insolvenz drohen, die für keine der Beteiligten vorteilhaft wäre.

Der Insolvenzplan, erstellt von Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus, sieht für Gläubiger, dazu zählen unter anderem Vermieter und Lieferanten, finanzsteuerliche Behörden sowie die Bundesagentur für Arbeit, die einst Insolvenzgelder auszahlte, einen Verzicht auf einen Großteil ihrer Forderungen vor. Anberaumt ist eine Gläubigerversammlung in Essen, auf der über den Plan abgestimmt wird. Die vorgeschlagene Rückzahlungsquote beläuft sich auf bescheidene 2,5 bis 3 Prozent der ursprünglichen Forderungen; jedoch könnten zusätzliche Zahlungen seitens des bisherigen Eigentümers, der Signa-Gruppe, die Quote eventuell noch anheben.

Stellt sich heraus, dass der Insolvenzplan Anklang findet, so belaufen sich die Gesamtzahlungen an die Gläubiger auf rund 22,5 Millionen Euro. Diese würden in zwei Phasen übermittelt, wobei 4,5 Millionen Euro sofort als Basisquote vorgesehen sind. Sollte allerdings der Sanierungsplan abgelehnt werden, wären die Konsequenzen gravierend: Keine Zahlungen würden erfolgen, und Galeria Karstadt Kaufhof stünde die Zerschlagung bevor, bei gleichzeitig enorm ansteigenden Verfahrenskosten und Forderungen.

Für Galeria bedeuten die aktuellen Entwicklungen, dass knapp 87 Millionen Euro für die Fortführung des operativen Geschäfts zur Verfügung stehen; zusätzliche Investitionen durch neue Eigentümer sind dabei nicht einkalkuliert. Die anfallenden Kosten des Insolvenzverfahrens beziffern sich auf mehr als 41 Millionen Euro. Im Falle der Zustimmung zum Sanierungsplan soll das Verfahren schließlich durch das Gericht bestätigt und aufgehoben werden. Die Übergabe an das Konsortium aus NRDC und BB Kapital SA, angeführt von Bernd Beetz, ist bis Ende Juli angesetzt. Nachdem Galeria bereits zu Beginn des Jahres zum dritten Mal in nun dreieinhalb Jahren einen Insolvenzantrag stellte, blickt das Traditionsunternehmen nun einer unsicheren, aber potenziell hoffnungsvollen Zukunft entgegen.