25. Februar, 2024

Wirtschaft

Zinssenkungen: EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel mahnt zur Geduld

Zinssenkungen: EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel mahnt zur Geduld

Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, positioniert sich erneut kritisch gegenüber voreiligen Zinssenkungen. In einem Gespräch mit der 'Financial Times', betonte sie, die Europäische Zentralbank solle bei der Anpassung der Geldpolitik behutsam agieren. Die Inflation im Dienstleistungssektor zeige sich beharrlich, ebenso wie die Robustheit des Arbeitsmarktes - Faktoren, die gegen eine übereilte geldpolitische Kehrtwende sprechen.

Schnabels Bedenken speisen sich auch aus historischer Erfahrung, die lehrt, dass Inflationsraten überraschend wieder anziehen können. Ihre Konstanz in der Argumentation gegen eine rasche Zinssenkung bleibt somit bestehen.

Obgleich die Inflationsrate in der Eurozone sich auf 2,8 Prozent im Januar abgekühlt hat und somit der Zielmarke der EZB von zwei Prozent mittelfristiger Teuerung näherkommt, unterstreicht Schnabel die Notwendigkeit einer wachsamen Geldpolitik. Im Vorjahr war die Teuerungsrate zeitweilig über zehn Prozent gestiegen, ein Niveau, das deutliche geldpolitische Maßnahmen erforderlich machte.

Die Zentralbank hatte im Januar die Leitzinsen konstant gehalten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zwar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Zinssenkung im Sommer als Möglichkeit erwähnt, zugleich aber vor überzogenen Erwartungen an die Geldpolitik gewarnt, indem sie auf deren Abhängigkeit von der Konjunkturlage verwies.