24. Juni, 2024

Wirtschaft

Zinsschritt im Juni - Bundesbank-Präsident Nagel warnt vor Eile

Zinsschritt im Juni - Bundesbank-Präsident Nagel warnt vor Eile

In der Debatte über die künftige Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, ein vorsichtiges Signal. Er prognostiziert eine mögliche Zinswende im Juni, mahnt aber zur Zurückhaltung bei weiteren Schritten. Beim Treffen der G7-Finanzminister und Notenbankchefs zeigte Nagel sich zurückhaltend über die Perspektive weiterer Zinssenkungen im direkten Anschluss. Die Erwartung eines automatisierten Fortgangs der Zinssenkungspolitik nach einem ersten Schritt im kommenden Monat dämpfte er ebenso.

Nagel unterstreicht die Bedeutung stabiler Preise als essenzielle Bedingung für das Wirtschaftswachstum in Europa und betont die Wichtigkeit, die Preisentwicklung kontinuierlich und sorgfältig zu analysieren. Mit Spannung erwartet, dürfte so eine erste Zinssenkung im Rahmen der EZB-Ratssitzung am 6. Juni stattfinden.

Die darauffolgenden Monate bleiben allerdings im Nebel der Ungewissheit. Eine zweite Zinssenkung ließ Nagel für den September als Möglichkeit offen, was auf ein vorsichtiges Vorgehen hinweist. Der Bundesbank-Chef riet zu Geduld und zur Abwägung weiterer wirtschaftlicher Daten, ehe eine Entscheidung zur weiteren Verringerung der Zinsen getroffen wird. Trotz der zuletzt andauernden Inflation und einer widerstandsfähigen Wirtschaft wird die Erwartungshaltung an aggressive Zinssenkungen somit gedämpft. Ein unveränderter Zins im Juli scheint, folgt man Nagels Ausführungen, wahrscheinlich. Diese Entwicklung lässt noch Raum für Spekulationen über die weitere Zinspolitik der EZB im zweiten Halbjahr.