29. Februar, 2024

Wirtschaft

Zinsgeschäfte katapultieren ING zu historischem Erfolg

Zinsgeschäfte katapultieren ING zu historischem Erfolg

In einer Zeit, in der finanzpolitische Entscheidungen unmittelbare und gewichtige Auswirkungen auf Banken haben, ist es der Direktbank ING gelungen, auf der Welle der Zinswende zu reiten und einen historischen Gewinnsprung zu verzeichnen. Die mutige Ausrichtung der Geschäftsstrategie auf die veränderten Rahmenbedingungen der Europäischen Zentralbank hat sich für das Frankfurter Institut ausgezahlt: Ein Vorsteuergewinn von etwa 2,47 Milliarden Euro - eine mehr als beachtliche Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr - kann sich sehen lassen. Auch der Nettogewinn stieg signifikant um mehr als 130 Prozent auf nahezu 1,66 Milliarden Euro an, trotz einer gestiegenen steuerlichen Belastung.

Nick Jue, der Vorstandsvorsitzende, zeigt sich von den Ergebnissen begeistert, sieht jedoch in der erfolgreichen Neukundengewinnung einen ebenso großen Triumph. Offensichtlich hat sich die frühzeitige Anpassung an die geldpolitische Wende bewährt. Die Entscheidung für diesen Kurs verschaffte ING gegenüber Wettbewerbern einen klaren Vorteil in einer Zeit, in der Geldhäuser für gelagertes Kapital bei der EZB nun profitieren anstatt zu zahlen.

Der Anstieg des Zinsergebnisses um 65 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro war hauptverantwortlich für die deutliche Gewinnsteigerung der ING in Deutschland. Mit einer progressiven Zinsanpassung für Tagesgeldkonten auch bei Bestandskunden setzte die Bank einen markanten Impuls im Wettbewerb um Einlagen, der das Kundenwachstum auf nahezu 9,4 Millionen Personen ankurbele. Diese Strategie scheint die Expansion hin zu dem avisierten Ziel von zehn Millionen Privatkunden bis 2025 zu unterstützen.

Doch nicht nur Neukunden bringen frischen Wind, auch die Bindung bestehender Kunden wurde intensiviert. Die Zahl der Hausbankkunden stieg um über 250.000, was die Kundeneinlagen auf Sparprodukten und Girokonten um sechs Prozent anwachsen ließ. Bei der Baufinanzierung jedoch musste die ING wie andere Institute auch Rückgänge hinnehmen, was sich in einem Neugeschäft von "nur" ungefähr sieben Milliarden Euro widerspiegelte – ein deutlicher Abstand zum Vorjahresvolumen.

Das erfolgreiche Geschäftsjahr 2023 wurde auch dadurch begünstigt, dass Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle, vor allem in Verbindung mit Russland, weitgehend aufgelöst werden konnten. Somit fiel die Risikovorsorge erheblich niedriger aus als im Vorjahr. Ein kühnes Agieren in turbulenten Zinszeiten hat der ING somit zu einem triumphalen Jahresergebnis verholfen.