27. Mai, 2024

Sports

Zäsur am Zeichenbrett – Adrian Newey verlässt Red Bull Racing

Zäsur am Zeichenbrett – Adrian Newey verlässt Red Bull Racing

Innovationsgeist und Ingenieurskunst erlebten unter seiner Ägide glanzvolle Momente, doch nun schlägt Adrian Newey, seines Zeichens Chef-Technikoffizier bei Red Bull Racing, ein neues Kapitel auf. Die Formel-1-Welt reagierte verblüfft auf die Nachricht, dass der renommierte Designer das Team im nächsten Frühjahr verlassen wird. Markant dabei: Ein sogenanntes „Gardening Leave“, die übliche Auszeit vor dem Wechsel zur Konkurrenz, entfällt, wodurch Newey unmittelbar neue Herausforderungen annehmen könnte.

Die Spekulationen um Neweys künftige Rolle nehmen Fahrt auf – zumal 2026 bahnbrechenden technischen Reglementsänderungen ins Haus stehen. Der Abschied des Designveteranen stößt die Türen für konkurrierende Rennställe weit auf, in denen man hofft, ohne Neweys Genius näher an Red Bull heranrücken zu können. Sergio Pérez, Fahrer des Bullenstalls, lobte zwar Neweys beeindruckende Leistungen, sieht sein Team aber weiterhin gut aufgestellt.

Bereits vor Bekanntwerden seines Abschieds galt Newey als heißbegehrte Personalie unter den Rivalen. Seine baldige Verfügbarkeit weckt Begehrlichkeiten, er könne beim Neuaufbau ihrer Teams eine Schlüsselrolle spielen, lautet die verbreitete Meinung.

Die Ferrarimannschaft unter Teamchef Fred Vasseur könnte mit Newey an der technischen Front ebenso punkten, wie auf der Fahrerebene, die 2025 mit Charles Leclerc und Lewis Hamilton bereits höchst prominent besetzt sein wird. Leclerc betont die Anziehungskraft seines Teams für Top-Talente, obgleich schon enorme Fortschritte erzielt wurden. Ein Zusammenschluss von Hamilton und Newey bei Ferrari wirkt verlockend und wird als wahrscheinlich betrachtet.

Lawrence Stroll, der ambitionierte Milliardär hinter Aston Martin, hat seine Vision eines führenden F1-Teams mit namhaften Fahrern wie Sebastian Vettel und Fernando Alonso deutlich gemacht. Newey, der bereits beim Valkyrie-Hypercar-Design kooperierte, gilt hier als potentielles Puzzleteil für zukünftige Erfolge – wobei Aston Martin keine solch energische Werbung um Newey zu betreiben scheint wie Ferrari.

McLaren, ein weiteres Team mit historischer Verbindung zu Newey, könnte angesichts der momentanen Aufwärtstendenz eine Option sein. CEO Zak Brown äußert Vertrauen in sein technisches Team und bleibt auf Kurs, hält aber auch Ausschau nach Verstärkungen.

Bei Mercedes, die aktuell zu kämpfen haben, wäre für Newey keine offensichtliche Lücke zu besetzen. Obwohl Toto Wolff Neweys Ingenieurskunst bewundert, sind keine Signale für ein ausgeprägtes Werben zu erkennen.

Eine Rückkehr von Newey zu Williams, wo seine F1-Karriere 1991 durchstartete, hätte eine romantische Note. Teamchef James Vowles bekundete Interesse an Gesprächen, trotz der aktuellen Herausforderungen des Rennstalls.

Adrian Newey selbst ließ durchblicken, nach den intensiven Jahren eine Verschnaufpause einlegen zu wollen, zeigte sich über die Wertschätzung geschmeichelt und hält sich zukünftige Optionen offen.