19. April, 2024

Politik

Wolodymyr Selenskyj fordert verstärkte militärische Hilfe von der EU

Wolodymyr Selenskyj fordert verstärkte militärische Hilfe von der EU

Im Rahmen eines Videogesprächs bei einem Gipfeltreffen europäischer Führungspersönlichkeiten hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj nachdrücklich für eine Ausweitung militärischer Unterstützung plädiert. Er betonte die Bedeutsamkeit des Zeitpunkts, die Entschlossenheit Europas durch Handlungen zu demonstrieren. Selenskyj äußerte sich enttäuscht über das aktuelle Engagement Europas und verwies darauf, dass das Potential der europäischen Unterstützung bei Weitem nicht ausgeschöpft sei.

Insbesondere drängt die Ukraine auf die Lieferung von Langstreckenwaffen, um strategische Punkte tief im von russischen Streitkräften besetzten Gebiet ins Visier nehmen zu können. Bereitschaft, die eigene Offensive mit Marschflugkörpern zu unterstützen, zeigten bereits Großbritannien und Frankreich durch die Bereitstellung von Storm Shadow- und Scalp-Raketen. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hingegen hält sich zurück und entschied sich gegen eine Überlassung der Taurus-Marschflugkörper der Bundeswehr. Seine Sorge gilt einer möglichen direkten Konfrontation Deutschlands mit dem Konfliktgeschehen.

Selenskyj machte deutlich, dass eine umfassende Unterstützung der Ukraine nicht nur eine sofortige Notwendigkeit sei, sondern auch eine präventive Maßnahme darstelle. Er spielte auf die Möglichkeit an, dass der russische Präsident Putin, im Falle eines Erfolgs gegen die Ukraine, seine aggressiven Ambitionen auf weitere europäische Staaten, insbesondere NATO-Mitglieder wie Estland oder Litauen, erweitern könnte.

Die Diskussionen um die Intensivierung der Hilfe für die Ukraine standen im Zentrum des EU-Gipfels in Brüssel, wobei die europäischen Staats- und Regierungschefs sich der Schwere der Situation bewusst zu sein scheinen.