28. Februar, 2024

Märkte

Wohnungsmarkt unter Druck: Mieten in deutschen Metropolen steigen stark

Wohnungsmarkt unter Druck: Mieten in deutschen Metropolen steigen stark

Der Immobilienmarkt in Deutschlands Großstädten ist weiterhin hart umkämpft. Eine frische Studie des Immobilienexperten Jones Lang LaSalle (JLL) vermerkt einen erheblichen Anstieg der Angebotsmieten in deutschen Metropolen. Zwischen Berlin, Hamburg, München und anderen Großstädten ist im zweiten Halbjahr 2023 ein durchschnittlicher Anstieg der Mietpreise um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Diese Entwicklung übertrifft deutlich die Wachstumsrate des Vorjahres von 6,3 Prozent und liegt auch oberhalb des Fünfjahresschnitts von 5 Prozent. Experten prognostizieren, dass der Kostendruck vorerst nicht nachlassen wird.

Die Analyse, basierend auf rund 35.000 Mietinseraten und 41.000 Kaufangeboten, unterstreicht insbesondere die Situation in Berlin und Leipzig, wo zweistellige Zuwächse zu beobachten sind. Berlin zeichnet sich durch einen außergewöhnlichen Preisanstieg von über 21 Prozent aus und nähert sich mit ø 19,42 Euro pro Quadratmeter München an, dem Spitzenreiter mit 22,50 Euro. In anderen städtischen Regionen wurden moderatere Steigerungen festgestellt.

Dabei zeigt sich, dass die Preisentwicklung in den Metropolen dynamischer ist als in den kreisfreien Städten und Landkreisen, wo die Angebotsmieten um 4,8, beziehungsweise 5,5 Prozent stiegen. Sören Gröbel, Autor der Studie, kommentiert, dass die Disparität zwischen Bestands- und Neuvertragsmieten zunimmt, was viele Mieter davon abhält, umzuziehen, und somit einen Teufelskreis fördert: Weniger Angebote intensivieren die angespannten Märkte zusätzlich.

Des Weiteren beeinträchtigt der verlangsamte Neubau, welcher durch steigende Zinsen und Materialpreise erschwert wird, den Wohnungsmarkt. Nachdem Schätzungen zu Folge 2023 weniger als 270.000 neue Wohnungen entstanden sind, weist das Ifo-Institut darauf hin, dass für 2024 nur rund 225.000 Wohnungen fertiggestellt werden dürften – ein Wert, der hinter den Zielvorstellungen der Regierung von jährlich 400.000 neuen Wohneinheiten zurückbleibt.

Währenddessen erfahren die Kaufpreise für Wohnimmobilien einen abnehmenden Trend. JLL hebt hervor, dass Angebotspreise für Neubau- und Bestandswohnungen um durchschnittlich 7,4 Prozent sanken, wobei Bestandsobjekte mit einem Rückgang von 8,1 Prozent stärker betroffen sind als Neubauwohnungen (2,3 Prozent). Auch deutet die Diskrepanz zwischen den Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern auf ein niedriges Transaktionsniveau hin.

Insgesamt legt die Analyse nahe, dass die Mietwohnungsmärkte weiterhin einen Zulauf erfahren werden, befördert durch die Verschiebung des Verhältnisses von Miet- zu Kaufkosten zu Gunsten der Mieter und höhere Kreditzinsen.