19. Mai, 2024

Wirtschaft

Wohnraumnutzung optimieren: Ein Schlüssel zur Lösung der Wohnkrise?

Wohnraumnutzung optimieren: Ein Schlüssel zur Lösung der Wohnkrise?

Die Forderung ist deutlich: Um die Wohnkrise in den Griff zu bekommen, müssen mehr Häuser gebaut werden. Diese schlichte Erkenntnis geht aus einer Kolumne von Chris Giles hervor, in welcher er seine Eindrücke einer Wanderung entlang des 78 Meilen langen Capital Ring um London schildert. Doch laut einer aktuellen Untersuchung, auf die Giles Bezug nimmt, sollte man sich nicht nur auf den Neubau von Wohnraum konzentrieren. Vielmehr sollten die vorhandenen Ressourcen besser genutzt werden – und dies keinesfalls als Alternative, sondern als sinnvolle Ergänzung zum Neubau.

Verschwendung von Wohnraum ist dabei keinesfalls auf leerstehende Luxusappartements beschränkt. Vielmehr liegt das Potenzial brach in vielen herkömmlichen Wohnungen. Die Forschung, an der auch ich beteiligt war, weist darauf hin, dass nicht genutzte zweite, dritte oder weitere Schlafzimmer für einen erheblichen Teil, nämlich 17 Prozent, des CO₂-Ausstoßes im englischen Wohnungsbau verantwortlich sind. Zusätzlich belasten sie die Haushaltskassen ähnlich stark.

Es gibt durchaus Menschen in größeren Wohnungen, die ihren Wohnraum effizienter nutzen möchten, sei es um Geld zu sparen, Mieteinnahmen zu erzielen oder um sich zu verkleinern, jedoch fühlen sie sich dabei oft alleine gelassen. Unterstützungsangebote könnten hier Abhilfe schaffen und nicht nur den Bewohnern größerer Wohnungen zugutekommen, sondern ebenso jenen, die derzeit in überfüllten Behausungen leben, zur Untermiete wohnen oder noch bei den Eltern sind.

Das Ziel der Forschung ist es daher nicht, Zwänge aufzuerlegen, sondern die derzeitigen Anreize, die die Unterbelegung von Wohnraum begünstigen, schrittweise zu verschieben. Ein Umdenken hin zu einer besseren Ausnutzung bestehender Wohnflächen könnte sowohl Bewohnern als auch der Umwelt erhebliche Vorteile bringen.