14. April, 2024

Wirtschaft

Wirtschaftlicher Scherbenhaufen: Gazastreifen verzeichnet massive Kriegsschäden

Wirtschaftlicher Scherbenhaufen: Gazastreifen verzeichnet massive Kriegsschäden

Eine kürzlich durchgeführte Analyse von Weltbank und Vereinten Nationen legt die verheerenden finanziellen Einbußen des Gazastreifens offen. Nach neuesten Schätzungen liegt der materielle Schaden bei alarmierenden 18,5 Milliarden US-Dollar, was nahezu dem gesamten Bruttoinlandsprodukt des Gazastreifens und Westjordanlands im Vorjahr entspricht. Die Bewertung der kritischen Infrastruktur, die zwischen Herbst 2023 und Beginn des neuen Jahres beeinträchtigt wurde, zeichnet ein düsteres Bild der Zerstörung.

Dominierend im Schadensbericht sind Wohngebäude. Diese repräsentieren mit 72 Prozent den Löwenanteil der Verluste. Dennoch ist auch die Zerstörung von Nichtwohngebäuden und der Infrastruktur mit knapp 30 Prozent des Gesamtschadens gravierend. Die Kalkulation umfasst ebenso die immensen Mengen an Schutt, die sich auf etwa 26 Millionen Tonnen belaufen und eine immense Herausforderung für Aufräum- und Wiederaufbaumaßnahmen darstellen.

Es sind jedoch nicht nur Stein und Mörtel, die in Trümmer gelegt wurden. Der Bericht verweist auch eindringlich auf das menschliche Leid, das den materiellen Schaden begleitet. Mit drohender Hungersnot am Horizont kämpft über die Hälfte der Gazabewohner um das Überleben. Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung zeichnen das tägliche Bild in der Region, wobei mehr als eine Million Menschen keine Unterkunft mehr haben und drei Viertel der Bevölkerung zur Flucht gezwungen waren. Der Bericht unterstreicht, dass insbesondere Frauen, Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderungen unter den Kriegsfolgen leiden.