14. Juli, 2024

Politik

Wiederinbetriebnahme des Hilfspiers vor Gaza: Eine temporäre Lösung mit Herausforderungen

Wiederinbetriebnahme des Hilfspiers vor Gaza: Eine temporäre Lösung mit Herausforderungen

Der provisorische Pier vor der Küste des Gazastreifens, der vom US-Militär errichtet wurde, ist nach einer mehrtägigen Unterbrechung wieder in Betrieb. Pentagon-Sprecher Pat Ryder erklärte am Donnerstag, dass das zuständige Regionalkommando (Centcom) den Pier am Mittwoch erneut am Strand verankert hat. Dabei arbeiteten Ingenieure des israelischen Militärs mit, um die Anlegestelle sicher zu platzieren. Ryder betonte, dass US-Soldaten den Gazastreifen dabei nicht betreten haben.

Der Transfer von Hilfsgütern, die von Zypern aus kommen, wurde somit wieder aufgenommen. Über die Verteilung der Hilfsgüter machte Ryder keine Angaben und verwies auf die vor Ort tätigen Hilfsorganisationen. Das Welternährungsprogramm (WFP), das seine Hilfslieferungen nach einem israelischen Militäreinsatz vor knapp zwei Wochen eingestellt hatte, kann nun seine Arbeit wieder aufnehmen. Bei diesem Einsatz wurden mehrere Geiseln befreit.

Das US-Militär hatte Ende der vergangenen Woche mitgeteilt, dass der Pier wegen rauen Seegangs vorübergehend an die israelische Küste geschleppt werden musste, um strukturelle Schäden zu verhindern. Seit der Inbetriebnahme der Anlegestelle Ende Mai ist es immer wieder zu Problemen gekommen. Kurz nach der Fertigstellung musste der Pier aufgrund rauer See repariert werden. Auch die Verteilung der Hilfsgüter im Gazastreifen stellte sich als schwierig heraus. Ryder betonte, dass es kein festgesetztes Enddatum für dieses Projekt gibt.

Die temporäre Lösung sieht vor, dass Frachter Hilfslieferungen von Zypern aus zunächst zu einer schwimmenden Plattform bringen, die einige Kilometer vor der Küste des Gazastreifens ankert. Dort werden die Güter auf kleinere Schiffe umgeladen, die näher an die Küste heranfahren können und an dem provisorischen Pier anlegen. Hier übernehmen Hilfsorganisationen die Lieferungen und verteilen sie im Gazastreifen. Die Kosten für den Bau der Anlegestelle wurden auf etwa 230 Millionen US-Dollar (rund 212 Millionen Euro) geschätzt.