29. August, 2025

Reichtum

Wie viel Gold braucht Ihr Depot wirklich?

Deutsche Anleger setzen zu wenig auf das Edelmetall – Forscher haben nun berechnet, welche Quote wirklich sinnvoll ist.

Wie viel Gold braucht Ihr Depot wirklich?
Gold glänzt stärker als der Dax – Seit 1999 stieg der Goldpreis um mehr als 1000 Prozent, während der Dax inklusive Dividenden nur auf 366 Prozent kam.

Drei Prozent sind zu wenig

Die Deutschen und ihr Gold – es ist eine komplizierte Beziehung. Zwar kaufen viele Münzen oder Barren, wenn Krisen drohen, doch im Durchschnitt steckt nur rund drei Prozent des Vermögens hierzulande in Gold. Für Experten ist das deutlich zu wenig. Denn das Edelmetall federt Risiken ab und kann die Rendite eines Depots spürbar verbessern.

Forscher geben eine Spanne vor

Wie viel Gold sinnvoll ist, haben der Finanzwissenschaftler Jens Kleine von der Hochschule München und Tilmann Gerhards, Vorstand der Reisebank, untersucht. In ihrem Aufsatz „Gold im Portfoliokontext“ kommen sie zu einer klaren Empfehlung: Der optimale Anteil liegt je nach Risikoprofil zwischen fünf und 16 Prozent.

Wer kein Freund von Kursschwankungen ist, sollte sich am unteren Ende orientieren. Wer langfristig denkt und mehr Volatilität aushält, kann deutlich höher gehen.

Gold ist kein zweiter Aktienmarkt

Der entscheidende Vorteil von Gold: Es verhält sich oft völlig anders als Aktien. Während Börsen in Krisen einbrechen, bleibt das Metall stabil oder legt zu. Genau das macht es als Ergänzung im Depot so wertvoll.

Die Deutschen sparen am falschen Ende – Im Schnitt stecken nur drei Prozent des Vermögens hierzulande in Gold. Experten halten mindestens fünf Prozent für sinnvoll.

Rechenmodelle zeigen, dass Portfolios mit einem kleinen Goldanteil weniger schwanken und in turbulenten Phasen robuster sind.

Stärkere Rendite als der Dax

Dass Gold nicht nur absichert, sondern auch Rendite liefern kann, zeigt der Blick auf die vergangenen 25 Jahre. Seit 1999 haben sich deutsche Standardwerte im Dax inklusive Dividenden um 366 Prozent verteuert. Der Goldpreis auf Eurobasis dagegen legte um mehr als 1000 Prozent zu. Damit war die „ewige Währung“ nicht nur Inflationsschutz, sondern zeitweise auch die renditestärkere Anlageform.

Mehr als nur Inflationsschutz

Das gängige Bild, Gold sei in erster Linie ein Schutzschild gegen Geldentwertung, greift jedoch zu kurz. In den 1980er- und 1990er-Jahren etwa stieg die Inflation, der Goldpreis jedoch kaum.

Erst nach den Terroranschlägen von 2001 und mit der Einführung goldgedeckter Indexfonds ab 2004 erlebte das Metall seine Renaissance. Seither ist der Zugang für Anleger einfacher und günstiger geworden.

Gold wirkt auch auf das Gemüt

Gold hat zudem eine psychologische Dimension. In unsicheren Zeiten suchen viele nach greifbaren Werten. Physisches Gold vermittelt Kontrolle und Sicherheit, auch wenn der Preis schwankt. Studien zeigen, dass Anleger dadurch weniger Angst vor Verlusten haben und in Krisen ruhiger reagieren.

Der Preis der Sicherheit

Wer Barren oder Münzen kauft, zahlt allerdings Aufschläge, die je nach Stückelung deutlich über 20 Prozent betragen können. Dazu kommen Lagerkosten im Bankschließfach. Günstiger sind börsengehandelte Goldfonds, die den Preis direkt abbilden – auch wenn sie den psychologischen Vorteil des physischen Besitzes nicht bieten.

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