19. April, 2024

Wirtschaft

Widerstand gegen Rentenpläne: Arbeitgeber warnen vor Kostenexplosion

Widerstand gegen Rentenpläne: Arbeitgeber warnen vor Kostenexplosion

Deutschlands Spitzenverband der Arbeitgeber, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, findet deutliche Worte für das von der Bundesregierung vorgeschlagene Rentenpaket: Ein untragbares finanzielles Unterfangen, das vor allem die Beitragszahler belasten würde. Die BDA legt dar, dass das Rentenniveau für die Empfänger gesichert bleiben soll, während Beitragszahler mit möglicherweise unlimitierten Beitragssatzerhöhungen zu rechnen hätten. Die weitsichtige Planung in Bezug auf das steigende Rentenalter wird dabei von der Koalition abgelehnt, wodurch künftige Generationen eine erhöhte Last zu tragen hätten.

Die Prognose der BDA ist alarmierend: Schon bis zum Jahr 2035 könnten die zusätzlichen Rentenausgaben die Marke von 30 Milliarden Euro übersteigen – dies wäre ein beträchtlicher Anstieg im Vergleich zu dem, was derzeit rechtlich verankert ist. Über die kommenden zwei Jahrzehnte summierte sich der Mehrbetrag auf eine halbe Billion Euro.

Besondere Sorge bereitet den Arbeitgebern die angedeutete Eskalation der Gesamtbelastung durch Sozialbeiträge der Beitragszahler, die bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts nahe an die 50-Prozent-Marke heranreichen könnten. Unklar bleibt zudem, wie der Bund die steigende Bürde der Bundeszuschüsse zu stemmen gedenkt, deren Höhe sich laut aktuellen Berechnungen bis 2035 auf 137 Milliarden Euro – und damit über die Hälfte mehr als gegenwärtig – erhöht. Unter Berücksichtigung des neuen Rentenpakets wäre eine zusätzliche jährliche Bundesmittelbereitstellung von 7,2 Milliarden Euro nötig.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger äußert sich besorgt über die Regierungsvorhaben: Er hält die vorgesehenen Leistungen für langfristig unfinanzierbar und kritisiert das Ausblenden des bevorstehenden demografischen Wandels in Deutschland. Dulger sieht das Land mit steigenden Sozialbeiträgen noch weiter von einer gewünschten wirtschaftlichen Erholung entfernt.