18. Juli, 2024

Wirtschaft

WHO mahnt zu schnellerem Rückgang des Alkoholkonsums – Deutschland Spitzenreiter in Europa

WHO mahnt zu schnellerem Rückgang des Alkoholkonsums – Deutschland Spitzenreiter in Europa

Die weltweite Alkoholkonsumrate sinkt zwar, doch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge verläuft der Prozess zu langsam. Ziel sei es, den Konsum bis 2030 um 20 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 zu reduzieren. Mit der gegenwärtigen Entwicklung werde dieses Vorhaben aber kaum erreicht, wie die WHO am Dienstag in Genf berichtete.

Laut WHO beträgt der globale Pro-Kopf-Verbrauch von reinem Alkohol 2019 etwa 5,5 Liter, verglichen mit 5,7 Litern im Jahr 2010. Um den Alkoholkonsum wirksam zu reduzieren, empfiehlt die WHO Maßnahmen wie Werbeverbote, Verkaufseinschränkungen und Preiserhöhungen.

Besonders besorgniserregend sind die Zahlen aus Deutschland, wo der Alkoholkonsum weiterhin sehr hoch ist. Nach Angaben der WHO trank im Jahr 2019 jeder Deutsche über 15 Jahre im Schnitt 12,2 Liter Reinalkohol. Damit zählt Deutschland zu den Ländern mit dem weltweit höchsten Alkoholkonsum.

Die Abstinenz vom Alkohol birgt nach WHO-Experten keine Risiken. „Es gibt keinen risikofreien Alkoholkonsum“, erklärte Vladimir Poznyak, Leiter der zuständigen WHO-Abteilung. Zwar könne ein Glas Wein in der Freizeit ein geringes Risiko darstellen, jedoch sei der Konsum im Zusammenhang mit bestimmten Tätigkeiten, wie dem Bedienen von Maschinen, hoch riskant. Poznyaks klare Botschaft: „Weniger ist mehr." Zwei Gläser Wein oder zwei Flaschen Bier pro Tag seien eindeutig zu viel.

Besorgniserregend ist auch der Alkoholkonsum unter Jugendlichen. Laut WHO haben weltweit 22 Prozent der 15- bis 19-Jährigen im Jahr 2019 Alkohol konsumiert. Insgesamt verursachte Alkoholkonsum im gleichen Jahr 2,6 Millionen Todesfälle. Zudem waren 209 Millionen Menschen alkoholabhängig und nahezu 200 Millionen hatten zumindest einen problematischen Alkoholkonsum.

Die COVID-19-Pandemie hat eine zuverlässige Erfassung neuerer Daten seit 2019 erschwert, wie Poznyak abschließend betonte.