19. Mai, 2024

Wirtschaft

Warren Buffetts Investmentaugenmerk weiterhin auf Finanzdienstleistern

Warren Buffetts Investmentaugenmerk weiterhin auf Finanzdienstleistern

Das Imperium von Warren Buffett, Berkshire Hathaway, hat sich laut aktuellen regulatorischen Unterlagen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, eine bedeutende Beteiligung an Chubb verschafft. Mit einem investierten Kapital von 6,7 Milliarden US-Dollar unterstreicht das Konglomerat sein kontinuierliches Interesse an Finanzdienstleistungen. Chubb zählt zu den weltweit größten Versicherungsgesellschaften und präsentiert eine Marktkapitalisierung, die die 100-Milliarden-Dollar-Grenze übersteigt.

Berkshire Hathaway verzeichnete eine Zunahme der Barreserven, da man Anteile an Unternehmen wie Apple reduzierte, die vormals als Stützen des Portfolios galten. Die Kassenbestände erreichten mit 189 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal dieses Jahres einen neuen Höchststand.

Die Aufbauarbeit einer größeren Minderheitsbeteiligung an Chubb begann bereits im letzten Jahr, doch wurde Berkshire eine vertrauliche Behandlung dieser Position durch die Regulierungsbehörden gestattet. Dies änderte sich mit der jüngsten Offenlegung ihrer Anteile per 31. März.

Die Aktie von Chubb erlebte nach Veröffentlichung der Informationen einen Anstieg um mehr als 9 Prozent im nachbörslichen Handel.

In den Vereinigten Staaten müssen institutionelle Investoren, die mehr als 100 Millionen US-Dollar verwalten, ihre Bestände in regulierten Unterlagen offenlegen, können jedoch eine "vertrauliche Behandlung" beantragen, um bestimmte Positionen nicht aufzuführen. Berkshire hatte sich im vergangenen Jahr für mindestens eine Aktie die Ausnahme von dieser Offenlegung sichern können.

Chubb vertreibt Produkte wie Hausrat-, Kfz- und Haftpflichtversicherungen und gehört mittlerweile zu den global größten Versicherungsunternehmen. Das von CEO Evan Greenberg geführte Unternehmen beschäftigt rund 40.000 Menschen weltweit.

Versicherungswetten bergen auch Risiken, so auch für Chubb, die zum Beispiel für den Einsturz der Key Bridge in Baltimore im März verantwortlich waren. Es wird erwartet, dass eine Zahlung von 350 Millionen US-Dollar in den kommenden Wochen an den US-Bundesstaat Maryland geht, wobei Chubb nur für einen Teil der Summe aufkommen muss.

Angesichts neuer Rekordhöhen des S&P 500 Indexes infolge starker Wirtschaftsdaten, hat Berkshire in jüngerer Vergangenheit eher verkauft als gekauft, da Buffett es schwierig fand, wertvolle Investments zu finden. Zudem bereitet sich das Konglomerat auf eine Post-Buffett-Ära vor. Erst kürzlich bekräftigte Buffett auf der jährlichen Hauptversammlung die übergreifende Rolle von Greg Abel, der künftig über die Investments der Firma entscheiden soll.

Buffett, auch "Orakel von Omaha" genannt, ist seit Langem im Finanzdienstleistungssektor aktiv, wozu nicht zuletzt der Autoversicherer Geico gehört, sowie Beteiligungen an dem globalen Zahlungsdienstleister Mastercard und der Bank of America.