22. April, 2024

Wirtschaft

Warenhauskette auf der Zielgeraden: Galeria Karstadt Kaufhof schreitet in Richtung Rettung

Warenhauskette auf der Zielgeraden: Galeria Karstadt Kaufhof schreitet in Richtung Rettung

Die essenzielle Phase im Sanierungsprozedere der Warenhausikone Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) nimmt mit der formalen Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Essen progressive Formen an. Es markiert einen Wendepunkt für das deutsche Handelsschwergewicht auf seinem holprigen Pfad der Krisenbewältigung. Gläubiger sehen sich nun in der Lage, ihre berechtigten Forderungen beim vorläufigen wie nun bestätigten Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Stefan Denkhaus, zu deponieren.

Während von Gewerkschaftsseite insbesondere Verdi die persistente Bitterkeit der Situation für die Angestellten beklagt, lebt die Hoffnung für GKK und die urbane Detailhandelslandschaft weiter. Die Verhandlungen über die Zukunft der Handelsgruppe, für welche die finale Offerte zweier Erfahrungsträger im deutschen Einzelhandel bereits eingegangen ist, stehen kurz vor dem Abschluss. Denkhaus steuert auf eine expeditiv vollzogene Eigentümerübergabe innerhalb dieses Monats zu. Der entscheidende Akt der Bestimmung eines neuen Kapitäns für das Handelsschiff steht indes für Ende Mai im Raum der Essener Messe auf der Agenda der Gläubigerversammlung.

Der Untergang des Traditionsunternehmens und das schwindende Netz seiner Filialen – mittlerweile auf 92 zusammengeschrumpft – malen ein düsteres Bild der Handelslandschaft. Doch gibt es Lichtblicke: das Konzept "60 plus X" Filialen gibt Anlass zur Hoffnung. Selbst bei einer Konservierung von 60 Geschäftsstellen bliebe jedoch ein Drittel auf der Strecke; eine herbe Nachricht für Tausende von Mitarbeitenden.

Der Kampf um die bestmögliche Filialstruktur wird vonseiten des Verwalters erbittert geführt, denn das finale X wird wesentlich von den laufenden Diskussionen mit den Vermietern diktiert. Zum Kernpunkt avancieren dabei die Mietverhandlungen mit der ambitionierten Zielsetzung, eine nach Umsatz gestaffelte Mietquote festzulegen, die sich im einstelligen Prozentbereich bewegen soll. Diese würde selbstredend für besser performende Filialen differenziert betrachtet. Ein wechselseitiges Einlenken seitens der Vermieter könnte das Szenario mehr oder minder aufhellen – ein Umstand, bei dem auch Signa als bedeutender Immobilieninhaber eine nicht zu unterschätzende Rolle einnimmt.

Die Gewerkschaft Verdi sieht trotz jahrelanger lohnseitiger Opfer und Entbehrungen der Belegschaft im Zuge früherer Sparmaßnahmen nun entscheidende Perspektiven für den Fortbestand und eine prosperierende Zukunft der Warenhäuser und bezog eine klare Position in Bezug auf den Kriterienkatalog für potenzielle Investoren.