12. April, 2024

Wirtschaft

Wacker Neuson dämpft Erwartungen für 2024 und plant mittelfristige Expansion

Wacker Neuson dämpft Erwartungen für 2024 und plant mittelfristige Expansion

Die Aussichten des Münchner Baumaschinen-Herstellers Wacker Neuson erscheinen angesichts volatiler Wirtschaftsverhältnisse eher gedämpft. Nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr wird für 2024 mit nachlassender Dynamik gerechnet, wobei der Umsatz auf etwa 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro zurückgehen soll. Auch der Anteil des operativen Gewinns (Ebit) wird voraussichtlich sinken, bevor ab 2025 wieder mit einer positiven Entwicklung gerechnet wird. Dennoch können sich Aktionäre über eine steigende Dividende freuen.

An der Börse reagierten Anleger durchwachsen auf die Prognosen, und der Kurs der Wacker-Neuson-Aktie gab auf 17,50 Euro nach – ein Rückgang um 1,8 Prozent und insgesamt ein Minus von rund vier Prozent seit Jahresbeginn. Trotz des kurzfristigen Rücksetzers konnte das Wertpapier eine zuvor aufgebaute Position auf dem höchsten Stand seit Beginn des Jahres verteidigen.

Karl Tragl, CEO von Wacker Neuson, sieht die Gründe für die eingetrübten Geschäftsaussichten in den unsicheren globalen Rahmenbedingungen. Mit einem proaktiven Ansatz sollen bestehende Strukturen jedoch optimiert und die Voraussetzungen für zukünftiges Wachstum geschaffen werden, wie er in einer Mitteilung betonte.

Das Jahr 2023 verlief für das Unternehmen noch wesentlich positiver mit einer Umsatzsteigerung um 18 Prozent und einem operativen Gewinn, der dank profitabler Veräußerungen um 35 Prozent auf 273 Millionen Euro anstieg; so konnte auch die operative Marge von 9,0 auf 10,3 Prozent verbessert werden. Trotz dieser positiven Entwicklung lagen die Zahlen leicht unter den Markterwartungen. Der Reingewinn kletterte um 30 Prozent auf 186 Millionen Euro.

Wacker Neuson verzeichnete vor allem in seinen Kernmärkten Deutschland, Frankreich und der Schweiz gute Geschäfte, aber auch in Nordamerika, konkret den USA und Kanada, während in China ein Nachfragerückgang zu spüren war. Die Abschwächung zeigte bereits ihre Vorzeichen; die Umsatzsteigerungen verlangsamten sich im Jahresverlauf 2023.

Für das Jahr 2024 erwartet Tragl in allen drei Geschäftsregionen – Europa (EMEA), Amerika und Asien-Pazifik – bestenfalls Umsätze auf dem Niveau des Vorjahres und geht von einer operativen Marge zwischen 8 und 9 Prozent aus. Langfristig sind jedoch ehrgeizige Ziele gesteckt: Bis 2030 soll der Umsatz auf vier Milliarden Euro steigen bei einer operativen Marge von über elf Prozent.

Die hohen Investitionen des Unternehmens führten im vorangegangenen Geschäftsjahr zu einem Barmittelabfluss, welcher jedoch im Vergleich zum Vorjahr, unter Berücksichtigung einer Festgeldauflösung, reduziert werden konnte.

Trotz finanzieller Herausforderungen kündigte Wacker Neuson eine Erhöhung der Ausschüttungen an seine Anteilseigner an, die Dividende soll um 15 Prozent auf 1,15 Euro je Aktie ansteigen.