23. Juni, 2024

Wirtschaft

Wachsende Schuldenkrise bedroht Entwicklungsfortschritte im Globalen Süden

Wachsende Schuldenkrise bedroht Entwicklungsfortschritte im Globalen Süden

Die Schuldenlast vieler Länder des Globalen Südens entwickelt sich zu einer kaum tragbaren Last. Besonders in Afrika fehlt es zunehmend an Mitteln, um essenzielle Bereiche wie Gesundheit, Bildung oder den Klimaschutz zu finanzieren, berichtet die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) aus Genf.

Die Gesamtschulden beliefen sich im letzten Jahr auf 97 Billionen Dollar (umgerechnet rund 89,3 Billionen Euro). Das stellt eine Zunahme gegenüber den 92 Billionen Dollar des Vorjahres dar. Entwicklungsländer mussten im Jahr 2022 insgesamt 847 Milliarden Dollar an Zinsen bezahlen, die an Gläubiger flossen. In 49 dieser Länder überstiegen die Zinszahlungen sogar die Ausgaben für Bildung oder Gesundheit.

Unctad fordert eine dringende Reform des Schuldenmanagements, um die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs) bis 2030 sicherzustellen. Die UN haben im Jahr 2015 insgesamt 17 Ziele formuliert, die eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung fördern sollen. Diese umfassen zahlreiche spezifische Ziele zur Verringerung von Ungleichheit sowie zur Verbesserung von Gesundheit und Bildung. Laut Unctad sind zusätzliche Ressourcen erforderlich, um diese ambitionierten Ziele zu erreichen.