18. Juli, 2024

Wirtschaft

Volkswagen senkt Ergebnisprognose wegen hoher Belastungen bei Audi

Volkswagen senkt Ergebnisprognose wegen hoher Belastungen bei Audi

Die Volkswagen AG hat ihre Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr aufgrund signifikanter Belastungen, insbesondere bei ihrer Premiumtochter Audi, nach unten korrigiert. Der Konzern kämpft mit einem schleppenden Absatz der in Brüssel produzierten Elektro-SUVs der Q8 e-tron-Modellfamilie sowie hohen Kosten für Personalabbau bei der Kernmarke VW. Die Wolfsburger gaben bekannt, dass das operative Ergebnis im Gesamtjahr geringer ausfallen wird als ursprünglich erwartet. Diese Ankündigung hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Aktienkurse: Die Volkswagen-Vorzugsaktien verloren im nachbörslichen Handel auf Tradegate 1,1 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs, während die Titel der Porsche SE um 0,9 Prozent sanken. Statt der zuvor prognostizierten 7,0 bis 7,5 Prozent vom Umsatz rechnet Volkswagen nun mit einer operativen Marge von 6,5 bis 7,0 Prozent. Dies entspricht einer Belastung von insgesamt 2,6 Milliarden Euro, wovon 0,9 Milliarden Euro bereits eingeplante Rückstellungen für den Personalabbau bei VW Pkw beinhalten. Weitere 1,7 Milliarden Euro werden vor allem für einem möglichen Umbau oder Schließung des Audi-Werks in Brüssel benötigt. Aufgrund der schwachen Nachfrage nach den dort gefertigten Q8 e-tron-Modellen wird Audi einen Konsultationsprozess mit den Sozialpartnern einleiten, um eine sozialverträgliche Lösung zu finden. Sollte dies nicht gelingen, könnte eine Stilllegung des Standorts in Betracht gezogen werden. Zusätzlich zu den Problemen bei Audi beeinträchtigen weitere Faktoren die Gewinne des Konzerns, darunter Währungsverluste durch den Rückzug der Volkswagen Bank aus Russland und die geplante Schließung des Gasturbinengeschäfts der VW-Tochter MAN Energy Solutions. Ein Verkaufsversuch des Geschäfts an ein chinesisches Unternehmen war aus Sicherheitsgründen von der Bundesregierung untersagt worden. Positiv hervorzuheben ist, dass die Bereiche Sport Luxury, zu dem Porsche AG gehört, sowie der Nutzfahrzeugsektor rund um Traton nicht von diesen Belastungen betroffen sind. Auch die Prognosen für andere zentrale Kennzahlen bleiben stabil, so erwartet VW bei den Fahrzeugauslieferungen einen Anstieg von bis zu 3 Prozent und beim Umsatz ein Plus von bis zu 5 Prozent. Volkswagen wird die Geschäftszahlen für das zweite Quartal am 1. August veröffentlichen. Die Rückstellungen für den Personalabbau in Höhe von 0,9 Milliarden Euro werden das zweite Quartal belasten, während die übrigen Kosten voraussichtlich im dritten Quartal anfallen werden. Audi beschäftigt aktuell rund 3.000 Mitarbeiter in Brüssel und erwägt, die Produktion der Q8 e-tron Modelle aufgrund struktureller und kostenbezogener Herausforderungen vorzeitig einzustellen.