19. Mai, 2024

Wirtschaft

Volkswagen plädiert für fairen Wettbewerb ohne neue Zölle auf chinesische E-Autos

Volkswagen plädiert für fairen Wettbewerb ohne neue Zölle auf chinesische E-Autos

Der Volkswagen-Konzern ist für einen fairen Wettbewerb im Bereich der Elektromobilität und warnt vor der Erhöhung der Zölle auf importierte chinesische Elektrofahrzeuge, wie Thomas Schäfer, Chef der Marke Volkswagen, deutlich macht. Der europäische Automobilriese sieht in möglichen Vergeltungsmaßnahmen Chinas gegen internationale Marken ein signifikantes Risiko. Diese Befürchtung teilt VW mit Mercedes-Benz, dessen Vorstandsvorsitzender Ola Källenius bereits im März für niedrigere Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge plädiert hatte.

Die Europäische Kommission untersucht derzeit die Importe von Elektroautos aus China und könnte in den kommenden Monaten die Zölle darauf erhöhen, nachdem ein starker Anstieg der Importe die heimischen Produzenten, die von Verbrennungsmotoren auf Elektrofahrzeuge umstellen, unter Druck gesetzt hat. Autobauer wie Stellantis und Renault, die in China keine großen Geschäfte haben, artikulieren diese Bedrohung besonders laut. Das Verfahren löste in Peking Vorwürfe des Protektionismus aus, die kontern, dass ihre Unternehmen schlichtweg wettbewerbsfähiger seien.

Die jetzige Steuerpolitik belastet chinesische Elektrofahrzeuge beim Import nach Europa mit einer Zollgebühr von 10 Prozent. Europäische Automobilhersteller müssen hingegen 15 Prozent Zoll entrichten, wenn sie in China exportieren – ein Grund dafür, dass die meisten deutschen Modelle direkt vor Ort in China produziert werden.

Darüber hinaus denken einige chinesische Autobauer darüber nach, auch in Europa lokal zu produzieren. So bestätigte BYD im Januar dieses Jahres, dass eine neue Autofabrik in Ungarn errichtet werden soll, um Elektrofahrzeuge zu produzieren.

Die Diskussion um höhere Zölle fällt zudem in eine Zeit, in der internationale Automobilkonzerne in China mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen haben, angesichts des Aufstiegs kostengünstiger und technologisch fortschrittlicher lokaler Marken. Volkswagen selbst, ehemals mit einem Marktanteil von fast 20 Prozent in China, hat bei Elektrofahrzeugen einen Rückgang auf unter 5 Prozent hinnehmen müssen.

Schäfer bekräftigte auf dem Gipfel „Future of the Car“ des Financial Times, dass Volkswagen sich auch weiterhin langfristig auf den chinesischen Markt konzentrieren werde, obwohl klar sei, dass die einst dominierende Position nicht wiedererlangt werden könne. Die bedeutende Größe und lokale Verankerung des Unternehmens in China gebe jedoch keinen Anlass zu der Annahme, dass man nicht mit der schnellen Entwicklung des Marktes mithalten könne.