24. Mai, 2024

Märkte

Volkswagen erwägt Kapitalfreisetzung durch Traton-Anteilsverkauf

Volkswagen erwägt Kapitalfreisetzung durch Traton-Anteilsverkauf

In den Führungsetagen des Volkswagen-Konzerns werden derzeit Überlegungen angestellt, Teile seines beträchtlichen Aktienpakets der Nutzfahrzeugtochter Traton zu veräußern. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines jüngsten Kursaufschwungs der Traton-Aktie. Insiderquellen zufolge könnte das Unternehmen Aktien im Wert von 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro verkaufen, um Kapital freizusetzen. Die Spekulationen darüber, inwieweit diese Pläne durch die aktuellen Marktverhältnisse beeinflusst werden, bieten zusätzliche Dramatik in der Finanzwelt.

Das Interesse an einer solchen Transaktion seitens Volkswagen ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass breitere Kapitalmärkte Zugang zum Wert der Traton-Gruppe erhalten sollen. Finanzchef Arno Antlitz hatte bereits angedeutet, dass Maßnahmen in Betracht gezogen werden könnten, um den Streubesitz von Traton zu steigern. Eine offizielle Stellungnahme blieb jedoch unter Hinweis auf die Unternehmenspolitik, keine Marktspekulationen zu kommentieren, aus.

Die Wolfsburger sind aktuell Eigentümer von etwa 90 Prozent der Anteile an der Münchener Lkw- und Bus-Holding, zu deren Portfolio renommierte Marken wie Scania, MAN, Navistar und VW Truck & Bus in Südamerika gehören. Die Forderung von Investoren und Analysten, mehr von Tratons Aktien in den Streubesitz zu bringen und dadurch die Liquidität des Werts im SDax zu fördern, erhält durch die aktuellen Überlegungen neue Nahrung.

Nachdem der Börsengang von Traton im Jahr 2019 mit einem Ausgabepreis von 27 Euro je Aktie eher verhaltene Performancereaktionen aufgrund der Corona-Krise hervorrief, ist es der Aktie erst in den letzten Monaten gelungen, sich deutlich über diesen Wert hinaus zu etablieren. Die optimistischen Prognosen des Traton-Managements unter der Führung von Christian Levin waren dabei ein wesentlicher Katalysator des Kursaufschwungs. Einem Rekordhoch im April folgte leichter Kursverlust am Montag, der die Aktie auf 33,45 Euro sinken ließ, was die Gesamtbewertung Tratons auf ungefähr 16,7 Milliarden Euro festsetzt.